Warum verstecken sich die Versicherer nur?

16.05.2019

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Für die Berechnungen wurden neben klassischen Rententarifen auch Daten für die sogenannte Neue Klassik erhoben. Die Untersuchung zählte hierzu Produkte ohne oder mit reduziertem Rechnungszins, Anlage der Sparbeiträge im Sicherungsvermögen sowie Indexpolicen.

Mit 157,43 Euro erbringt myLife bei einem Beispielvertrag mit einer Einzahlung von 50.000 Euro und Rentenbeginn am 1. Mai 2019 die höchste Monatsratsrente. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass Kunden ein separates Vermittlungsentgelt bezahlen, während bei anderen Gesellschaften die Abschlusskosten Bestandteil der Beitragskalkulation sind. Insgesamt liegen die Rentenzahlungen der 19 untersuchten Gesellschaften dicht beieinander und im Schnitt beträgt diese zu Rentenbeginn 147,21 Euro.

Nach einer 20-jährigen Rentenzahlung erreicht die illustrierte monatliche Rente im Schnitt 199,18 Euro und damit knapp 120 Euro weniger als bei dem 1999 abgeschlossenen Vertrag. Schuld an dieser Minderung sind nicht allein die Niedrigzinsen, sondern auch ein eigentlich erfreulicher Trend: Die aktuellen Sterbetafeln weisen eine immer höhere Lebenserwartung aus.

Auch wenn die Zahl der teilnehmenden Gesellschaften sehr übersichtlich ist, müssen die Ergebnisse aus den Hochrechnungen insbesondere bei Aufschubrenten sehr differenziert betrachtet werden. So verzerren vor allem Indexpolicen mit schwankenden hochgerechneten Ergebnissen das Bild. Die Spanne der Monatsrente zum Rentenbeginn im April 2035 reicht von 92,50 bis 296,35 Euro. Mit 241 Euro illustriert die Europa beim klassischen Garantiemodell nach 35 Jahren Laufzeit die höchste Monatsrente. Das gilt auch für die hochgerechnete Kapitalabfindung von 80.530 Euro. Auch bei den Garantien liegt die Europa mit einer monatlichen Rente von 144,39 Euro und einer Kapitalabfindung von 48.172 Euro an der Spitze.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Aufgrund des geringen Garantieniveaus haben die Tarife der Neuen Klassik bei den illustrierten Beitragsrenditen erwartungsgemäß einen Vorteil gegenüber der Klassik. Für die höheren Chancen gibt es jedoch keine Gewissheit. Michael Franke sieht die Entwicklung kritisch. „Verbraucher sind bei der Auswahl geeigneter Vorsorgetarife nicht zu beneiden. Noch nie war die Produktlandschaft so unübersichtlich wie heute. Sogar erfahrene Marktbeobachter stoßen zunehmend an Grenzen. Auch den ambitioniertesten Vermittlern dürfte es schwer fallen, in diesem Dickicht der Produktvariationen noch die Übersicht zu behalten. Für einen umfassenden Überblick zu individuellen Stärken und Schwächen der einzelnen Produkte ist eine leistungsfähige Vergleichssoftware inzwischen unabdingbar“, meint der geschäftsführende Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des map-reports. (ahu)

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