Stagflationsängste treiben den Goldpreis
02.04.2025

Andrea Greisel. Foto: © Fürst Fugger Privatbank
US-Präsident Trump hat den 2. April 2025 zum „Liberation Day“ erklärt. An diesem „Tag der Befreiung“ treten die neuen US-Strafzölle in Kraft. Auch anfängliche Optimisten sehen nun, dass die wirtschaftlichen Konsequenzen gravierender sein könnten als zunächst angenommen.
Die deutlichen Rückgänge an den weltweiten Aktienmärkten sprechen eine deutliche Sprache und die Stimmen werden lauter, die vor den möglichen Folgen der neuen Zölle für die US-Wirtschaft warnen. Andrea Greisel, Leiterin der Niederlassung München der Fürst Fugger Privatbank: „Neue Zölle könnten nicht nur die Inflation erhöhen, sondern auch die Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig dürfte sich das Wirtschaftswachstum abkühlen.“ So sei bei erwarteten US-Zölle von durchschnittlich 15 Prozent für 2024 eine um mindestens 0,5 Prozentpunkte höhere Inflation von 3,5 Prozent zu erwarten. Die Folge der höheren Lebenshaltungskosten wäre eine stark beeinträchtigte Kaufkraft der Verbraucher und damit ein Rückgang der für die USA wichtigen Konsumausgaben.
Im Zuge dieser Entwicklungen könne die Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent steigen, was die Sorgen um die Stabilität des US-Arbeitsmarktes weiter verstärken würde. Experten hätten die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den kommenden zwölf Monaten bereits auf 35 Prozent angehoben, so Greisel: „Analysten warnen bereits vor der Gefahr einer Stagflation, also hoher Inflation bei schwachem Wachstum. Dieses gefährliche Zusammenspiel könnte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zusätzlich destabilisieren.“ Die wachsende Unsicherheit habe das Vertrauen in die globalen Aktienmärkte erschüttert. Die Volatilität der Märkte dürfte in den nächsten Monaten hoch bleiben und viele Anleger suchten erneut nach alternativen Anlageformen und einem „sicheren Hafen“. Die Flucht in Gold sei daher ungebrochen.
Erstmals habe der Goldpreis die Marke von 3.100 US-Dollar überschritten, die vor wenigen Wochen noch als langfristiges Ziel gegolten habe. Angesichts der hohen Nachfrage und der wachsenden Unsicherheiten hielten Analysten mittlerweile sogar einen Goldpreis von 4.000 USDollar für möglich. Andrea Greisel: „Gold bleibt das Kriseninvestment schlechthin und stellt nach wie vor eine sinnvolle Beimischung in jedem Portfolio dar. Es schützt vor den aktuellen Risiken und bietet in einem inflationären Umfeld sogar eine potenzielle Wertsteigerung.“ (fw)

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