Privatanleger halten trotz Marktturbulenzen Kurs

02.04.2025

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Privatanleger halten trotz Marktvolatilität an langfristigen Anlagestrategien fest. Das geht aus dem aktuellen vierteljährlichen Retail Investor Beat (RIB) der Handels- und Investmentplattform eToro hervor. In der globalen Studie wurden 10.000 Privatanleger aus 12 Ländern befragt.

44 Prozent der deutschen Anleger gaben an, trotz höherer Volatilität ihrer Anlagestrategie treu zu bleiben. Damit liegt Deutschland knapp unter dem globalen Durchschnitt von 48 Prozent. 26 Prozent der deutschen Anleger passen ihr Portfolio an, während nur 10 Prozent ihre Positionen verkaufen. Im internationalen Vergleich zeigt sich Deutschland hier etwas stabiler: Global überdenken 23 Prozent ihr Portfolio und neun Prozent verkaufen ihre Positionen.

Diese Konstanz zeigt sich auch bei der Haltedauer: 61 Prozent der Deutschen geben an, ihre Positionen im Portfolio über Jahre und Jahrzehnte halten zu wollen. Damit liegen sie exakt im globalen Durchschnitt.

Nur zwei Prozent der Deutschen halten ihre Positionen lediglich für einen Tag. Der Fokus auf eine sogenannte „Buy and Hold Strategie“ mit ausgewählten und langjährigen Investitionen zeigt sich auch bei der Anzahl der Positionen: Die Deutschen halten zu 80 Prozent zwischen einer und zwanzig Positionen in ihrem Depot.

Auch das Vertrauen und der Optimismus deutscher Privatanleger ist trotz der volatilen Lage der Märkte keinesfalls geschwunden. Die Hälfte der Befragten glaubt, dass sie auf dem besten Weg sind, ihre Anlageziele zu erreichen. 40 Prozent gaben an, sie könnten es noch nicht prognostizieren.

„Die Marktturbulenzen des Jahresbeginns stellen Privatanleger weiterhin auf die Probe. Aber die Daten zeigen, dass die Anleger an ihren langfristigen Strategien festhalten und ein außergewöhnliches Maß an Disziplin an den Tag legen“, kommentiert Maximilian Wienke, Analyst bei eToro. Er ergänzt: „Privatanleger haben ihre Widerstandsfähigkeit stetig ausgebaut, was sich nun in einem anhaltenden Vertrauensniveau trotz Marktvolatilität manifestiert.“ Das Vertrauen steigt in Europa - in die USA hingegen sinkt es

Jeder vierte Privatanleger (26 Prozent) bezeichnet Europa als die Region mit dem stärksten langfristigen Renditepotenzial, was einem Anstieg von rund einem Drittel seit dem vierten Quartal 2024 entspricht. Umgekehrt ist der Anteil derjenigen, die den US-Markt für langfristige Renditen bevorzugen, seit dem vierten Quartal 2024 von 45 auf 41 Prozent gesunken, was einem Rückgang von 9 Prozent entspricht. Auch bei den deutschen Anlegern fiel die USA leicht in der Gunst (von 48 auf 45 Prozent). 33 Prozent glauben nun daran, dass ihnen der europäische Markt die höchste Rendite bescheren wird. Ende 2024 waren es nur 23 Prozent.

„Die europäischen Märkte wurden oft übersehen, da sich die Anleger auf US-Wachstumsaktien konzentrierten. Angesichts der wirtschaftspolitischen Unsicherheit in den USA und des Konzentrationsrisikos in breiteren Indizes wenden sich immer mehr Anleger Europa zu, um ihr Kapital zu diversifizieren und zu schützen“, kommentiert Maximilian Wienke. „Attraktive Bewertungen, wachstumsorientierte Maßnahmen und die jüngste starke Performance in Schlüsselsektoren wie Verteidigung, Energie und Luxusgüter wecken neues Interesse an der Region.“ (fw)