Warum Finanzberater Indoor-Aquakultur im Blick behalten sollten

05.03.2021

Hans Acksteiner, Geschäftsführer Deutsche Edelfisch / Foto: © Deutsche Edelfisch

Lange galten nachhaltige Investments in der Finanzbranche als Nischenthema. Doch mit den zunehmend in den Fokus rückenden Themen Klimawandel und Ressourcenknappheit gerät auch in der Finanzwelt etwas in Bewegung. Nicht nur private Investoren wollen ihr Kapital verstärkt in Form von nachhaltigen und zukunftsfähigen Investitionen anlegen, sondern auch für Großinvestoren und Banken gewinnen diese an Bedeutung. Die angelegten Gelder befriedigen somit die heutigen Bedürfnisse, ohne die Ressourcen der kommenden Generationen zu gefährden. Beteiligungen an Bau und Betrieb von sogenannten Indoor-Aquakulturanlagen bieten beispielsweise eine Möglichkeit für ein nachhaltiges Investment. Nicht nur gestaltet sich die Aufzucht und der Verkauf von Fischen als relativ konjunkturunabhängig, sondern sie stellen auch einen weltweiten Wachstumsmarkt dar – laut Weltbank der Lebensmittelsektor mit dem stärksten globalen Wachstum.

Nahrungsmittelproduktion als globale Herausforderung

Die Weltbank, die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen und die EU forcieren die Aquakultur und sehen in ihr eine Möglichkeit, die steigende Weltbevölkerung zu ernähren. Noch immer leiden laut der UN-Organisation etwa elf Prozent der Menschen weltweit an Hunger – 2018 rund 821 Millionen – und das, obwohl eigentlich genug Nahrungsmittel für alle produziert werden. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf etwa 9 Milliarden Menschen wachsen, sodass die Produktion von ausreichend Lebensmitteln als globale Herausforderung bestehen bleibt beziehungsweise noch drängender in den Fokus rückt. Bei gleichzeitig ansteigender Nachfrage nach Rohstoffen und zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels gilt es dafür fruchtbare Böden und Wasser intelligenter und vor allem effektiver zu nutzen. Schon jetzt veröden immer mehr Ackerflächen oder werden zur Tierfutter- und Energieproduktion genutzt, auch Regenwälder und Bioreservate werden gerodet und die Ozeane sind längst überfischt. Während die Menge an Wildfang seit Jahren stagniert, lässt sich die gestiegene Nachfrage deshalb nur noch mit Fischzucht decken – schon jetzt stellt sie einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung dar.

Fischzucht im Meer oder an Land?

Um Menschen zu ernähren, bedarf es neben Kohlehydraten und Fett vor allem auch lebenswichtiges Eiweiß. Tierisches Protein verfügt dabei über eine höhere Wertigkeit als pflanzliches. Tiere wie Hühner, Schweine oder Rinder werden allerdings durch die Massentierhaltung nicht nur unter unwürdigen Lebensbedingungen gehalten, sie verursachen auch Probleme für die Umwelt. Darüber hinaus gehört dort der Einsatz von Antibiotika und die damit einhergehende Zunahme von antibiotikaresistenten Keimen zu den großen Problemen der Massentierhaltung. Die Fischproduktion ist hingegen ressourcenschonender, doch muss in diesem Fall zwischen Aquakultur im Meer und Indoor-Aquakultur unterschieden werden. In den Anlagen im Meer werden Fische auf engem Raum in Netzgehegen gehalten, es gelangen absinkendes Futter und Fäkalien ins Wasser und auch die vielfach prophylaktisch verwendeten Antibiotika und Chemikalien verschmutzen die Umwelt und gefährden die Gesundheit der Verbraucher. Eine Alternative bietet Fischzucht in Aquakulturen in Hallen an Land.

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