Frauen vor

01.07.2022

Foto: © Andrey Kiselev - stock.adobe.com

Institutionelle Anleger machen es vor

Während private Anleger:innen teilweise noch mit Begrifflichkeiten hadern, haben institutionelle Investoren schon seit Jahren den Durchblick. Pensionskassen und Vorsorgekassen sind die Pioniere nachhaltiger Geldanlagen. Inzwischen setzen Großkunden aus sämtlichen Branchen auf verantwortungsvolles Investieren: Versorger, Versicherungen, Banken, Stiftungen und, und, und… „Von 100 Mandatsausschreibungen, hinterfragen nahezu 100 das Thema Nachhaltigkeit“, so Flehberger. Dabei gehe es immer weiter ins Detail. Gefragt seien bei den Kund:innen in erster Linie natürlich die stringente und strenge Berücksichtigung von ESG-Kriterien in den Investitionsprozessen. Immer häufiger spiele aber auch eine glaubhafte und ganzheitlich ausgerichtete Unternehmensstrategie des Fondsanbieters selbst eine Rolle. „Wenn es um eine nachhaltige Ausrichtung geht, ist es eben auch von Bedeutung, von wem das Produkt kommt, in das man investiert und nicht nur, was das Produkt kann“, so Flehberger. Dass die Raiffeisen KAG diesen Anforderungen entsprechen könne, zeige das steigende Volumen im Institutionellen Kundengeschäft recht deutlich: Dieses ist allein seit Jahresbeginn 2021 um 3,3 Mrd. Euro gewachsen (+17 %), der Anteil an nachhaltig gemanagten Assets in diesem Kundensegment hat im gleichen Zeitraum sogar um 27 % zugelegt. Themen, die auf die Kriterien Umwelt, Gesellschaft und eine gute Unternehmensführung einzahlen, stehen immer mehr auch selbst im Fokus der Anleger:innen und sind zunehmend selbst wichtige Investmenthemen. Szeiler sagt: „Smart Energy, Gesundheit, Digitalisierung oder auch Diversität sind die Themen der Zukunft. Derzeit werden aus diesen Themenspektren heraus, laufend spezielle Fondsprodukte entwickelt, die als Impact Investment direkt Positives bewirken – beispielsweise weniger CO2-Emissionen.“ Die Weltwirtschaft nimmt wieder Fahrt auf. Allerdings bei einer vergleichsweise hohen Inflation von 3,5 %. „Wir gehen davon aus, dass sich die Inflationsentwicklung bereits 2022 wieder normalisiert und bis 2023 unter 3 % fallen wird“, so Szeiler. Im Zuge des prognostizierten Wirtschaftswachstums werde die Fed ihre Leitzinsen in den USA wohl konsequent nach oben schrauben. Der Zinserhöhungszyklus setze sich fort. Ende 2024 sei ein US-Leitzins von 0,9 % wahrscheinlich – was allerdings noch immer sehr niedrig sei. Die hohen Aktienbewertungen seien durch das Gewinnwachstum gerechtfertigt. Aktien blieben relativ zu anderen Kategorien attraktiv. So die Analyse aus dem vergangenen Jahr. In Sachen Inflation wusste da noch niemand, was nicht nur auf Deutschland zukommen würde. Am Thema Nachhaltigkeit ändert dies jedoch nichts. (hdm)