GDV: Solvenzquoten der Versicherer auf hohem Niveau

02.04.2025

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer der GDV / Foto: © GDV

Die deutschen Versicherer sind finanziell weiter robust aufgestellt. Nach Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bewegen sich die Solvenzquoten, also das Verhältnis von Eigenmitteln zu den gesetzlich geforderten Kapitalpuffern, für 2024 weiterhin auf hohem Niveau.

„Für die Lebensversicherung erwarten wir eine mittlere Solvenzquote zwischen 285 und 295 Prozent, für die Schaden- und Unfallversicherung einen Wert von 280 Prozent. Das zeigt: Auch in Krisenzeiten ist die Kapitalausstattung der Versicherer unverändert stabil. Das sind gute Nachrichten für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich auf ihren Versicherungsschutz verlassen können”, so Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.

Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Solvenzquote bei der Lebensversicherung damit etwas niedriger aus. Im Jahr 2023 betrug sie in dieser Sparte 305 Prozent. Der Grund dafür ist das 2024 leicht gefallene Zinsniveau. Bei der Schaden- und Unfallversicherung bleibt die prognostizierte Solvenzquote auf Vorjahresniveau.

Die meisten Versicherer verzichten auf Übergangsmaßnahmen

Bemerkenswert: Die allermeisten Versicherer verzichten vollständig auf die sogenannten Übergangsmaßnahmen, die ihnen bei Einführung der EU-Aufsichtsregeln von Solvency II im Jahr 2016 den Übergang in das neue System erleichtert haben. Diese Maßnahmen sollten noch bis Ende 2031 dazu beitragen, die strengeren Anforderungen beim Wechsel von Solvency I auf Solvency II abzufedern. Die Versicherer nehmen sie aber schon jetzt, sechs Jahre früher, überwiegend nicht mehr in Anspruch. “Die Versicherer sind schneller als geplant voll in Solvency II angekommen. Der vorzeitige Verzicht auf Übergangsmaßnahmen zeigt, wie robust und zukunftsfest das Geschäftsmodell der Branche ist”, so Asmussen.

Mit Solvency II gelten seit 2016 einheitliche europäische Regeln für die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen, die von aktuellen Marktdaten abhängen und entsprechend schwanken können. Eine Solvenzquote von 100 Prozent bedeutet, dass ein Unternehmen selbst unter extremen Stressbedingungen – wie sie statistisch nur alle 200 Jahre auftreten – seine Verpflichtungen gegenüber den Versicherten erfüllen könnte.

Die heute veröffentlichten Zahlen basieren auf einer Schätzung des GDV. Die tatsächlichen Solvenzquoten werden spätestens bis zum 8. April 2025 von den Unternehmen veröffentlicht. (mho)

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