Warnhinweise zu neuem Handy-Service
03.09.2014
Ein privater Krankenversicherer warnt vor neuen Service-Apps für das Smartphone. Kritisch sei der Datenschutz, aber auch die mögliche körperliche Überbelastung bei Fitness- und Trainings-Apps.
2014-09-05 (fw/db) Heute startet die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin. Vom 5. bis zum 10.September 2014, werden dort neue Produkte zur digitalen Selbstvermessung präsentiert – sogenannte “Self-Tracker”. In Armbändern oder direkt im Smartphone verbaute Sensoren messen nicht nur gegangene Schritte oder geradelte Kilometer, sondern auch gesundheitsrelevante Daten wie Pulsfrequenz, Blutzucker, Kalorienverbrauch, Körperfett oder Schlafverhalten und geben diese zum Beispiel an Smartphone-Apps weiter.
Neben den Datenschützern rät die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) zur Vorsicht bei der Verwendung dieser vermeintlich gesundheitsförderlichen Geräte und Applikationen.
„Grundsätzlich begrüßen wir es, wenn Menschen etwas für ihre Gesundheit tun. Den Nutzern von ‚Self-Trackern’ sollte jedoch bewusst sein, dass sie sehr persönliche Daten preisgeben. Diese werden unter Umständen unverschlüsselt übertragen, auf Servern im Ausland gespeichert oder von Unternehmen für deren Zwecke genutzt“, sagt Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender der SDK. „Außerdem empfehlen wir, die Rückschlüsse, die sich aus den Daten ergeben, oder auch die ‚Empfehlungen’ der Apps bei einem so relevanten Thema wie der eigenen Gesundheit kritisch zu hinterfragen – im Zweifelsfall gemeinsam mit einem Arzt oder Fitnessexperten.“
Augen auf beim Thema Datenschutz
Damit die neuen Apps möglichst individuelle Tipps geben können, benötigen sie den Zugang zu persönlichen Daten und Aktivitäten. Diese bekommen sie in der Regel über eine Wifi-Verbindung zwischen Tracker und App – der erste Angriffspunkt für unerwünschte Datensammler.
Ein Teil der Programme sendet diese persönlichen Informationen anschließend zur Auswertung und Speicherung an einen Server, der sich oftmals im Ausland befindet und damit nicht nur anderen Datenschutzrichtlinien unterliegt, sondern im Problemfall auch nur schwer greifbar ist.
Wer besonderen Wert auf den Datenschutz legt und gezielt Ratschläge zum eigenen Gesundheitsverhalten oder Training sucht, sollte sich für einen Self-Tracker und entsprechende Smartphone-Apps entscheiden, die ihre Anwender entscheiden lassen, wer persönliche Informationen einsehen kann. Zudem ist es ratsam, Dienste mit Servern in Deutschland und mit verschlüsselten Wifi-Verbindungen zu bevorzugen.
Fitness-Apps ersetzen keine Sporttrainer
Das Problem mit den neuen Fitness-Apps: Sportempfehlungen und Ernährungstipps müssen nicht auf Fachwissen beruhen. „Viele Apps sind kostenfrei und für jedermann verfügbar. Die Überprüfung der Quellen und Inhalte obliegt dabei aber den oftmals ungeübten Nutzern“, erläutert Kantak.
Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn Sportwillige auf einem zu hohen Niveau beginnen oder Übungen gar falsch ausführen. „Anfänger sollten daher darauf achten, wer der Absender der App ist und sich nicht überfordern, sonst drohen statt Fitnesszuwachs zum Beispiel schnell Probleme mit Gelenken oder Muskeln“, rät SDK-Chef Kantak.
Die Qualität und Sicherheit eines persönlichen Trainings mit ausgebildeten Sporttrainern bietet keiner der elektronischen Helfer – ergänzend können sie aber sehr hilfreich und motivierend sein.
Dietmar Braun

Initiative gegen Fachkräftemangel in der Medienbranche
