So viel Vermögen haben die Deutschen

14.09.2015

Eine aktuelle Studie zeigt wieviel Vermögenswert und Erbschaftsvolumen die Deutschen trotz Niedrigzinsen, Schulden und sinkender Wertsteigerung bei Wohneigentum angesammelt haben.

2015-09-15 (fw/db) Seit dem Jahr 2003 verharrt das durchschnittliche Vermögen der Deutschen auf einem etwa gleichbleibenden Niveau. In den 90er Jahren war dagegen noch ein klarer Zuwachs zu beobachten, vor allem in den neuen Bundesländern. Diese Entwicklung kam jedoch vor mehr als zehn Jahren zum Stillstand. Darauf macht die aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) „Erben in Deutschland 2015 - 2024: Volumen, Verteilung, Verwendung“ aufmerksam.

Gesamtvermögen der privaten Haushalte 1993 – 2013

Verantwortlich für die Stagnation dürften im Zeitraum 2003 bis 2008 vor allem die lange Zeit ausbleibenden Wertsteigerungen bei Immobilien gewesen sein. Dieser Trend wurde infolge des Wiederanstiegs der Immobilienpreise seit etwa 2008 gebrochen, mittlerweile gibt es sogar eine Tendenz zu Preisblasen am Markt für Wohnimmobilien. Dies ist eine Folge sowohl der steigenden Wohnungsnachfrage durch die hohe Binnenwanderung als auch der europaweit niedrigen Zinsen und dem daraus resultierenden „Renditenotstand“.

Im Zeitraum 2008 bis 2013 waren die niedrigen Zinsen auf Spareinlagen und die gesunkenen Garantiezinsen bei Lebensversicherungen und damit ein geringes Wachstum der Geldvermögen verantwortlich für die stagnierende Vermögensbilanz privater Haushalte.

Im Jahr 2013 besaß der durchschnittliche Haushalt im früheren Bundesgebiet ein Gesamtvermögen von 170.000 Euro. Abzüglich der mittleren Schulden in Höhe von 31.000 Euro verbleibt damit ein Nettovermögen in Höhe von 139.000 Euro.

In den neuen Bundesländern haben die Haushalte aus historischen Gründen weniger Vermögen angesammelt: Vermögenswerten von durchschnittlich 75.000 Euro stehen Schulden von 15.000 Euro gegenüber. Damit liegt das Nettovermögen hier mit 60.000 Euro um mehr als die Hälfte niedriger.

Erbschaftsvolumen steigt

Trotz der stagnierenden Durchschnittsvermögen ist das Erbschaftsvolumen gegenüber früheren Untersuchungen angestiegen, weil jetzt erstmals die „Vorkriegsbabyboomer“ die Mehrheit der Erblasser stellen. Unbelastet von den Folgen des Krieges erfreuten sie sich zeitlebens steigender Einkommen, die ihnen eine ungestörte Vermögensbildung ermöglichten, vielen sogar den Erwerb eines Eigenheims.

finanzwelt-Service: Die von Dr. Reiner Braun, empirica ag Berlin, erstelle Studie steht im Internet für interessierte Leser und Nutzer als kostenfreier Download der Studie zur Verfügung.

Dietmar Braun