Schlimmer als es aussieht

20.12.2024

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Heute die Probleme von morgen lösen

Die Managementmöglichkeiten der gesetzlichen Versicherungsträger zu Verlustabwehr sind begrenzt. Ein Weg sind die Beitragserhöhungen. Mit Beitragssätzen von 14,6 % und 18,6 % befinden sich die Kranken- und Rentenversicherungen im Spitzenfeld. Samt den Beiträgen zur Arbeitslosen-, Pflege- und freiwilligen Krankenversicherung verteilen sich bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen über 40 % der Arbeitsentgelte auf die Sozialkassen. Dabei zahlen die Arbeitnehmer die Hälfte per Lohnabzug und die andere Hälfte der Arbeitgeber. Beiträge zur Unfall- und Insolvenzgeldabsicherung obliegen ebenfalls dem Arbeitgeber. Kinderlose Arbeitnehmer tragen mit Zuschlägen mehr zur Pflegeversicherung bei. Mit den Regierungsplänen zur Stärkung der gesetzlichen Kassen rückt das Beitragsniveau der 50 %-Marke ein Stück näher. Stetige Einkommenssteigerungen und höhere Beitragsbemessungsgrenzen entlasten zwar die Kassenstände, dennoch wachsen die Finanzlöcher der Sozialkassen. Eine überalternde Gesellschaft, längere Pensionszeiten, mehr chronische Krankheiten sowie fortschrittsbedingte Mehrkosten in der Medizin und Technik sorgen auf Sicht für tiefrote Zahlen. Angesichts des erreichten Beitragsniveaus stehen die Zeichen auf weitere Leistungseinschränkungen. Ob da Rentenempfänger, die in der kommenden Dekade die 20-Millionen-Grenze überschreiten, als Wähler mitspielen, ist fraglich. Wollen die Politiker dahingehend noch Grundlegendes für die Zukunft verändern, sollten sie sich also sputen. (gg)