Fokus liegt 2020 auf Aktien

06.01.2020

Uwe Eilers, Vorstand FV Frankfurter Vermögen AG / Foto: © FV Frankfurter Vermögen AG

2019 haben alle Anlageklassen sehr positive Erträge erwirtschaftet, wobei selbst Anleihen trotz der niedrigen Zinsen eine gute Performance aufwiesen. Die Zehnjahreszinsen deutscher Anleihen fielen von ca. plus 0,25 auf minus 0,35 Prozent, so dass Anleger sich über Kursgewinne freuen können, auch wenn der Kupon teilweise bei null Prozent lag. Für Anleger war es dennoch kein leichtes Jahr, da der Kursanstieg vor dem Hintergrund einer sehr unsicheren geopolitischen Lage und Wirtschaftslage erfolgte.

Der sogenannte Kleinsparer legt sein Geld vornehmlich in Bar- und Sichteinlagen an, die ca. 40 Prozent des gesamten Geldvermögens der Deutschen betragen. Sparer, die einen Schwerpunkt in dieser Anlageform hielten haben daher aufgrund der besseren Erträge in anderen Anlageklassen nicht nur einen Opportunitätsverlust erlitten, sondern auch real Geld verloren, da die Inflation zwar niedrig, aber dennoch über ein Prozent lag. Sofern diese Anlegergruppe jedoch noch Anleihen im Bestand hat, haben diese Anleger dennoch kleine positive Erträge erwirtschaften können.

Die Finanzmärkte standen während des gesamten Jahres im Spannungsfeld zwischen konjunkturellen und strukturellen Problemen: Bis heute ist offen, inwieweit der Handelskonflikt gelöst wird, aber viele Unternehmen leiden auch unter strukturellen Problemen. Hier handelt es sich nicht nur um die Wende zur Elektromobilität, sondern insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen stehen zum Beispiel aufgrund der zunehmenden Digitalisierung vor großen Herausforderungen. Auch der abnehmende Grad der Globalisierung im Zuge von populistischen und protektionistischen Tendenzen bereitet den Unternehmen Schwierigkeiten.

Vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung und eines tendenziell geringeren globalen Wachstums ist weiter von niedrigen Zinsen auszugehen. Weitere Zinssenkungen sind insbesondere in Europa eher unwahrscheinlich, da auch die negativen Aspekte der niedrigen Zinsen immer stärker in den Vordergrund gerückt werden. Besonders deutlich wird das in den Niederlanden, wo Pensionskassen die Renten ihrer Mitglieder senken müssen.

Anleger sollten den Fokus weiterhin auf Aktien legen, dabei aber die strukturellen Veränderungen beachten. Das heißt bevorzugt werden sollten insbesondere zukunftsträchtige Sektoren wie der Technologiesektor und der Gesundheitssektor. Auch hier kommt es jedoch auf eine sorgfältige Auswahl der Aktien an, wobei eine hohe Markteintrittsbarriere und ein nachhaltiges hohes Wachstum die Hauptrolle spielen. Anleger können hier zur Orientierung auf wichtige Wachstumstreiber wie das 5G und neue Schlüsseltechnologien setzen. Bei der Umsetzung dieser Strategie sollten sie beachten, dass die Märkte volatil sein bleiben und Chancen bei fallenden Märkten zum Kauf nutzen.

Kolumne von Uwe Eilers, Vorstand der Frankfurter Vermögen AG in Königstein/ Taunus

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