Die drei größten makroökonomischen Risiken 2019

25.02.2019

Bob Bauer, Chief Global Economist von Principal Global Investors / Foto: © Principal Global Investors

2. Pessimismus unter US-Unternehmern als sich selbst erfüllende Prophezeiung

Ein weiteres makroökonomisches Risiko verortet Baur in einer möglichen Rezession in den USA aufgrund des verbreiteten Pessimismus unter US-Unternehmern. „Ich sehe zwar noch keine Rezession am Horizont. Aber bei Investoren schien sich Ende 2018 die Idee einer ins Haus stehenden Rezession zu verfestigen, da der Aktienmarkt einbrach“, so Baur. Mit den Turbulenzen an den Aktienmärkten habe sich zeitgleich das Sentiment unter Wirtschaftsführern eingetrübt. Fast die Hälfte der im Duke CFO Global Outlook befragten US-Finanzchefs habe angegeben, dass sie bis Ende 2019 mit einer Rezession in den USA rechneten. Weitere 82 Prozent der Befragten denken zudem, dass eine Rezession spätestens Ende 2020 einsetzen würde. „Die Wahrnehmung, dass eine anhaltende Abwärtsdynamik an den Aktienmärkten vorliegen könnte, bestärkt die Führungskräfte der US-Unternehmen in ihrer Annahme, dass sich eine Rezession ankündigt. Sie fangen dann an, in Deckung zu gehen, schaffen dadurch aber erst die Rahmenbedingungen für eine – wenn auch milde – Rezession“, so Baur. Aus seiner Sicht stellt das fast eine sich selbst erfüllende Prophezeiung dar.

3. Mögliche Fehltritte der großen Notenbanken – geldpolitische Fehlentscheidung oder fehlinterpretierte Kommunikation

Ein weiterer Faktor in der Risiko-Trias könnten die weltweit führenden Notenbanken sein. Risiken drohten entweder durch geldpolitische Fehlentscheidungen oder in fehlinterpretierter Kommunikation einiger der weltweit größten Zentralbanken. Der Experte verweist auf das Beispiel der US-Notenbank Fed. „Der Aktienmarkt ist nach den Kommentaren Powells im Dezember, die als ein ‚volle Kraft voraus‘ beim Kurs der restriktiven Geldmarktpolitik interpretiert wurden, eingebrochen.“ Die Fed und Powell hätten diesen Kurs Ende Januar umgekehrt und betonen nun zinspolitische Geduld anstatt graduelle Zinsanhebungen. „Risiken zu vermeiden wird nicht nur eine aufmerksame Strategie der Notenbanken erfordern, sondern auch eine transparente Kommunikation“, resümiert Baur.

Marktommentar von Bob Baur, Chief Global Economist von Principal Global Investors