Grüne Insel wird zur grauen Insel

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In Irland könnte sich die Zahl der über 65-jährigen in den nächsten drei Jahrzehnten mehr als verdoppeln. Da die aktuelle Pflegeinfrastruktur nicht ausreicht, bietet der dortige Pflegeimmobilienmarkt großes Potenzial. Das geht aus einer Untersuchung von IMMAC hervor.

Vor knapp zwei Jahren gab die IMMAC Group bekannt, auf den irischen Markt zu expandieren (finanzwelt berichtete) und legte im vergangenen Herbst erstmals einen Pflegeimmobilien-AIF mit Objekten auf der „grünen Insel“ auf (finanzwelt berichtete). Der Grund für die Expansion ist das große Marktpotenzial des westeuropäischen Landes, vor dem der demografische Wandel nicht halt macht, auch wenn er aufgrund der hohen Geburtenrate bis in die 1980er Jahre dort erst später einsetzte als in Deutschland. So werden laut Prognosen des irischen Statistikamtes „Central Statistic Office“  im Jahr 2051 dort ca.  1,6 Mio. Menschen leben, die ihren 65. Geburtstag bereits hinter sich haben. Im Jahr 2016 waren es noch ca. 630.000. Auch die Altersgruppe der über 80-jährigen dürfte deutlich wachsen und je nach Prognose im Jahr 2030 zwischen 89 und 94 % höher liegen als aktuell.

Pflegeinfrastruktur reicht nicht aus

Dem wachsenden Anteil der älteren Bevölkerung in Irland steht aber eine nur unzureichende Pflegeinfrastruktur zur Verfügung. So ist das Angebot an Pflegeplätzen dort aus historischen Gründen strukturell schwach und reicht bereits heute nicht mehr aus, um die Nachfrage zu decken. Bspw. zeigen sich strukturelle Defizite bei einer eingeschränkten Barrierefreiheit. Hinzu kommt eine geringe Einzelzimmerquote ein großer Anteil an Dreibettzimmern. Weil durch den demografischen Wandel die Nachfrage nach vollstationären Pflegeplätzen steigen wird, sind deshalb nicht nur Ersatzneubauten und eine Anpassung im Bestand nötig, sondern auch die Beschaffung von neuen Pflegeplätzen.

„Der demographische Wandel zusammen mit einem enormen Nachholbedarf in Bezug auf Bestandsanpassungen aber auch die vielfältigen Möglichkeiten des Neubaus macht Irland zu einem sehr attraktiven Investmentmarkt“, erläutert Frank Sgonina, Transaktionsmanager der IMMAC und zuständig für den irischen Markt. (ahu)