Digitales Know-how tritt auf der Stelle

Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf / Foto: © creditshelf

Es ist paradox: Die Erfassung maschineller Betriebsdaten hat innerhalb eines Jahres stark zugenommen. Dennoch sind die Unternehmen beim Aufbau entsprechenden Analyse-Wissens im gleich Zeitraum nicht wirklich weitergekommen.

Im Rahmen der Studie „Industrieller Mittelstand 4.0“ hat creditshelf ermittelt, dass immer mehr Industrieunternehmen bereit sind, Kreditgebern Echtzeit-Daten aus der Produktion zur Verfügung zu stellen (finanzwelt berichtete). So erklärten 44 % der Studienteilnehmer, dass ihnen die Betriebsdaten ihrer ausgelieferten Produkte zur Verfügung stehen und im Rahmen von Service- und Wartungsverträgen genutzt werden. Im vergangenen Jahr hatten noch 34 % der Befragten so geantwortet.

Gleichzeitig macht die Studie aber auch deutlich, dass die notwendige technische Infrastruktur bei vielen Unternehmen nicht vorhanden ist. So schätzen die befragten Mittelständler sowohl das digitale Know-how der Mitarbeiter als auch die eigene IT-Infrastruktur sogar etwas schwächer ein als noch vor 12 Monaten.

„Auch wenn es auf den ersten Blick paradox erscheint, ist es ein typisches Phänomen, dass Unternehmen bei großen technologischen Sprüngen das Gefühl haben, den Anschluss zu verlieren“, erklärt Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf. „Bei aller Selbstkritik zeigt unsere Studie aber ganz klar, dass der industrielle Mittelstand erkannt hat, dass der Verarbeitung von Echtzeit-Daten nicht nur die Zukunft gehört, sondern bereits Gegenwart ist. So sagten 79 % der Studienteilnehmer (Vorjahr: 73 %), dass sie Maschinen und Anlagen nutzen, die Daten an deren Hersteller liefern.“

Wie sich das digitale Know-how verschlechtert hat, lesen Sie auf Seite 2