Top-Rating für Alte Leipziger

25.11.2014

Die Alte Leipziger-Hallesche Gruppe erhält ihr Top-Rating von Fitch bestätigt. Die Assekuranz an den Standorten Oberursel und Stuttgart ist nach erfolgreichem Stresstest und Rating im Aufwind.

2014-11-26 (fw/db) Fitch Ratings hat das ‚A+’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit (ALL) und der Alte Leipziger Versicherung Aktiengesellschaft (ALV) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil.

Die ALL ist der Lebensversicherer und die Obergesellschaft des Alte Leipziger Konzerns (ALK). Fitch sieht die ALL und die ALV als Kerngesellschaften des ALK an. Daher basieren ihre Ratings auf einer Gruppeneinschätzung.

Assekuranz mit hoher Kapitalrücklage

Grundlage des Ratings ist die starke Kapitalausstattung des Konzerns, der fortlaufend gute Kapitalertrag sowie die nachhaltige Marktstellung im Berufsunfähigkeits- sowie Geschäft der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Dem stehen als weitere Schlüsselfaktoren des Ratings die geringe geographische Diversifikation der Gruppe, das marktüberdurchschnittliche Risiko aus Aktieninvestments sowie das derzeit schwierige operative Umfeld für die deutsche Lebensversicherung entgegen.

Fitch sieht die Eigenmittel des ALK als stark an. Gemessen an der Deckungsrückstellung lag die Eigenkapitalquote der ALL zum Jahresende 2013 bei 3,9 Prozent und damit deutlich über der des Marktes von 1,8 Prozent. Die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) samt Schlussgewinnfonds (in Prozent der Deckungsrückstellung) lag bei 6,1 Prozent ebenfalls über dem Marktschnitt von 5,7 Prozent.

Hohe Solvabilität

Die starke Kapitalausstattung der Gruppe zeigt sich auch in der Gruppensolvabilität von 217 Prozent zum Jahresende 2013 (2012: 198 Prozent). Fitch erwartet von der Gruppe, dass sie die starke Kapitalausstattung zum Jahresende 2014 bei einer Gruppensolvabilität von mindestens 200 Prozent aufrechterhalten kann.

Die Nettoverzinsung der ALL lag 2013 bei 5,5 Prozent und damit über den vom Markt erzielten 4,7 Prozent. Fitch erwartet, dass die Nettoverzinsung der ALL auch 2014 über der des Marktes liegen wird. Ihre starken Kapitalanlageergebnisse ermöglichen es der ALL seit mehr als fünf Jahren, über einen erheblichen Puffer zwischen Kapitalertrag und den Aufwendungen für den Rechnungszins zu verfügen.

Top 10 – Anbieter als BU-Versicherer

Fitch geht davon aus, dass die ALL zu den Top 10-Anbietern in der Berufsunfähigkeitsversicherung gehört. Zudem weist die ALL einen erheblichen Anteil an bAV-Geschäft auf, welches die starke Entwicklung der laufenden Beitragseinnahme unterstützt. Der ALK vertreibt seine Produkte ausschließlich in Deutschland, weshalb die geographische Diversifikation eingeschränkt ist. Fitch zieht in Erwägung, dass der Fokus auf den Heimatmarkt typisch für einen mittelgroßen Konzern wie den ALK ist.

Die Beitragseinnahmen der ALL stiegen 2013 um 5,9 Prozentpunkte an, während die Branche ein Wachstum von nur 4,0 Prozent erzielte. Fitch erwartet, dass die ALL im laufenden Geschäftsjahr aufgrund von höheren Einmalbeiträgen ein starkes Prämienwachstum erzielt.

Mehr Aktien in der Kapitalanlage

Das Risiko aus Aktieninvestments des ALK ist im Vergleich zum Durchschnitt der deutschen Erstversicherer höher. Die Aktienquote der ALK lag zum Jahresende 2013 bei 7,5 Prozent und damit deutlich über dem Marktschnitt von 3,3 Prozent. Damit verzeichnet der ALK in gewisser Weise ein höheres Risiko aus der Volatilität der Börse als Mitbewerber.

Die Netto-Schaden/Kostenquote der ALV stieg von 2012 auf 2013 von 98,8 auf 99,8 Prozent an. Trotzdem glaubt Fitch, dass sich die längerfristige versicherungstechnische Ertragslage der ALV 2013 verbessert hat. Deutschland verzeichnete 2013 eine außergewöhnlich hohe Schadenbelastung aus Naturkatastrophen. Dadurch stieg die Netto-Schaden/Kostenquote 2013 auf 99,2 Prozent an (2012: 96,3 Prozent). Fitch erwartet von der ALV, dass sie in diesem Jahr ihre versicherungstechnische Ertragslage beibehält und eine Netto-Schaden-/Kostenquote von 99 Prozent oder weniger erzielt.

Der Alte Leipziger Konzern vereinnahmte 2013 gebuchte Bruttobeiträge von 2,3 Milliarden Euro und wies zum Jahresende eine Bilanzsumme von 21,6 Milliarden Euro aus (2012: 20,5 Milliarden Euro). Neben dem Versicherungsgeschäft bietet der Alte Leipziger Konzern auch noch das Bauspar- und Investmentgeschäft an. Die Gruppe bildet mit der Halleschen Krankenversicherung in Stuttgart einen Gleichordnungskonzern.

Dietmar Braun