Flexibilität und Dynamik zeichnen deutsche Unternehmen aus

14.10.2021

Alexander Dominicus, Fondsmanager, MainFirst / Foto: © MainFirst AM

Deutschland nach der Wahl. Was wird eintreten mit einer (wahrscheinlich) rot-grün-gelben Koalition? Wie steht es überhaupt um die Konjunkturlokomotive Europas? finanzwelt befragte hierzu und zu weiteren Aspekten Alexander Dominicus, Mitglied im MainFirst Germany Fund Management Team.

finanzwelt: Die richtungsweisende Bundestagswahl ist vorbei. Nun wird sondiert. Wie sehen Sie die Lage? Alexander Dominicus: Zunächst einmal ist hervorzuheben, dass das Ergebnis eine Absage an einen drastischen Politikwechsel ist. Die Ränder wurden nicht gestärkt, wenngleich der Ausgang die Zerrissenheit in Deutschland insbesondere zwischen West und Ost zeigt. Nun laufen die Sondierungsgespräche und vieles deutet auf die Ampel-Koalition hin. Was wir brauchen und für Unternehmen wichtig ist, sind zum einen Stabilität und Vertrauenswürdigkeit, zum anderen das Signal des Aufbruchs. Deutschland ist international eingebunden, es gilt den Blick nach vorne zu schärfen – vor diesem Hintergrund haben wir keine Zeit für Postengeschacher und ewigem Machtpoker.

finanzwelt: Sie sprechen das „Aufbruchsignal“ an. Woran machen Sie das fest? Dominicus: Die Pandemie hat einiges offengelegt. Nehmen Sie nur einmal das Thema Digitalisierung. Deutschland fällt nach einer aktuellen Studie im technologischen Wettrennen der Großen weiter zurück. In den vergangenen Legislaturperioden waren in der Summe kaum mehr als grobe Absichtserklärungen zu sehen – hier besteht enormer Nachholbedarf. Insofern erwarten wir, dass Investitionen in digitalen Wandel intensiviert werden. Natürlich treibt die Klimapolitik uns alle um. Hier gilt es, verstärkt Anreize zu setzen und in klimafreundliche Verfahren und Anlagen zu investieren. Daneben ist eine internationale Koordination der Klimapolitik vonnöten.

finanzwelt: Speziell die Flexibilität deutscher Unternehmen hat zuletzt der Wirtschaft zunehmend aus der Krise geholfen. Ein wichtiges Kriterium. Dominicus: In der Tat sind die Flexibilität und Dynamik ganz zentral für die Stärke hiesiger Unternehmen. So gelingt es, sich schneller an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Die Stärken gilt es weiter hervorzuheben und zu fördern. Dann bleiben wir hierzulande, trotz diverser Baustellen, auf einem guten Weg. Bedenken Sie, dass um die Jahrtausendwende Deutschland als „kranker Mann Europas“ mit hoher Arbeitslosigkeit und chronischer Wachstumsschwäche galt. Seitdem hat sich vieles zum Positiven gewandelt und das trotz diverser Krisen. Auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bleibt vergleichsweise hoch. Eine Innovations- und Qualitätsführerschaft sorgt für Wachstum. Gleichwohl gilt, dass die Konkurrenz im internationalen Konzert nicht schläft. Ein Ausruhen auf Lorbeeren ist fehl am Platz.

finanzwelt: Mit dem MainFirst Germany Fund investieren Sie aber nicht in den breiten Markt; Sie haben vielmehr kleinere, mittelständische Werte im Blick. Dominicus: Der MainFirst Germany Fund fokussiert auf die Anlage in Nebenwerten (Small und Mid Caps). Der Fonds investiert ausschließlich in deutsche Aktien unterbewerteter Unternehmen mit gutem mittelfristigem Gewinnwachstum und starkem Management. Wir kaufen, was wir kennen und wo wir die Gewinne idealerweise prognostizieren können.

finanzwelt: Können Sie uns vielleicht einige Unternehmensbeispiele nennen, die im Fonds enthalten sind? Dominicus: Nehmen wir beispielsweise die Aktie des Autovermieters Sixt. Die aktuelle Ergebnisprognose liegt bereits wieder auf dem EBT-Niveau des Rekordjahres 2019 und übertrifft die Marktannahme. Das familiengeführte Unternehmen hat in der Vergangenheit stets die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen, sich rechtzeitig und vorausschauend ändernden Bedingungen angepasst und flexibel agiert. Auch die Filderstädter All for One Group SE, eine führende Consulting- und IT-Gruppe, überzeugt uns. Das circa 2.000 Mitarbeiter/Innen umfassende Unternehmen hat erst jüngst die Mehrheit am führenden SAP-Dienstleister in Polen übernommen und ist weiter auf Wachstumskurs.

finanzwelt: Überzeugt auch die Fonds-Performance? Dominicus: Auf 1-Jahressicht beträgt die Wertentwicklung über 40 Prozent. Auch auf längere Sicht hat der MainFirst Germany Fund den HDAX, aber auch viele Vergleichsfonds, outperformen können. Aufgrund der guten Anlageergebnisse können wir uns auch über zahlreiche Auszeichnungen freuen, wie zum Beispiel den Deutschen Fondspreis. (ah)