"Es wird mehr Partnerschaften mit FinTechs geben"

21.07.2021

Gregor Heinrich, CTO, und Anna Schönfeld aus der Abteilung Marketing und Kommunikation bei creditshelf / Foto: © creditshelf

creditshelf möchte auch in diesem Jahr seinen Wachstumskurs fortsetzen. Wie der Frankfurter Mittelstandsfinanzierer derzeit aufgestellt ist, welche Ziele er für die Zukunft verfolgt und was die nahe Zukunft für die Branche bringt, erklärt CTO Dr. Gregor Heinrich im Interview. 

Welche Milestones stehen auf der technologischen Agenda von creditshelf? Heinrich: Wir wollen beispielsweise die Kundenseite unserer Kreditplattform als volles Self-Service-Angebot ausbauen. Hier findet man als Kreditnehmer und Partner alles, was für Finanzierungen nötig ist, inkl. Finanzanalysen und -empfehlungen. Nach der tiefen Hubspot-Integration werden wir weitere Best-in-Class-Dienste integrieren, um unseren Kreditprozess zu skalieren.

Damit konzentrieren wir in Zukunft unsere Innovationskraft stärker auf die Dinge, die speziell für das creditshelf-Geschäftsmodell entscheidend sind. Hierzu gehören z.B. datengetriebene Analysen von Kreditnehmern, die erst durch Technologie effizient möglich werden. Mit immer besser informierten Risikoentscheidungen können wir einen breiteren Kundenkreis bedienen.

Gibt es auch digitale Quick-Wins? Heinrich: Die gibt es, wie z.B. mit einer einfachen Blätterfunktion, die die Ladezeiten für ein wichtiges Dashboard verkürzt. Von einem unserer Vertriebsleute hieß es danach: "I love this button".

Die einfachste Methode Quick Wins zu finden ist, Nutzer zu fragen, wo ihre Aufwände anfallen. Die Lösungen müssen hier übrigens nicht unbedingt technisch entwickelt werden, sondern manchmal reichen geschickte organisatorische oder Prozess-Umstellungen. Auf der anderen Seite: Wenn KI ins Spiel kommt, sind es meist keine Quick Wins, aber oft Big Wins.

Wie wird die Finanzwelt 2022 aussehen? Heinrich:  Ich bleibe mal beim Kreditgeschäft: Es gibt natürlich den Bedarf, den Wiederaufbau der Wirtschaft nach der globalen Coronakrise finanziell zu stemmen, wenn sich die Staaten als Geldgeber wieder zurückziehen. Das bedeutet Wachstum bei Finanzierern wie creditshelf, die flexibler Lösungen anbieten können, als Banken das tun.

Weiterhin billiges Geld und die Verwerfungen der Krise führen außerdem dazu, dass neue Geschäftsmodelle erprobt werden, sowohl auf der Seite der Finanzierer, also FinTechs und Banken, als auch der Finanzierten. Speziell in Deutschland würde ich auf engere Kooperation von Banken mit FinTechs wetten, die digital weiter sind, aber nur einen Bruchteil der Kunden haben, woraus sich interessante Synergien und Partnerschaften ergeben können.

Einige Tech-Trends werden sich fortsetzen. Zwei Beispiele: Wir werden KI deutlich häufiger sehen bei der Abwicklung von Finanzdiensten. Und Compliance-Lösungen von speziellen RegTech-Anbietern werden vermehrt helfen, regulatorische Anforderungen effizienter zu erfüllen.

Es ist enorm spannend für mich, die Entwicklung des Finanz-Ökosystems zu verfolgen und mit creditshelf mitzugestalten.