Bestand schlägt Neubau

12.02.2015

© alphaspirit

Der Angebotsindex IMX weist im Januar 2015 starke Preisanstiege für Eigentumswohnungen in Deutschland aus: Wohnungen im Neubau verteuerten sich im Monatsvergleich um 1,3 Prozentpunkte, in Bestandsobjekten sogar um 1,6.

(fw/ah) Ein Blick auf die Vorjahre beweist jedoch, dass es sich hierbei aller Wahrscheinlichkeit nach um einen vorübergehenden saisonalen Effekt handelt: Der Jahresanfang ist die Zeit des Immobilienkaufs. Die Nachfrage auf den Immobilienportalen erzielt im Januar stets Spitzenwerte, das schlägt sich natürlich in den Angebotspreisen nieder. Jeweils im Januar der vergangenen Jahre lag der Anstieg der Indexwerte im Neubaubereich klassischerweise deutlich über der Marke von einem Prozentpunkt.

Neu ist, dass auch Bestandsimmobilien deutschlandweit so stark zulegen und den Neubau sogar übertrumpfen. Begründet ist dies vor allem in den enormen Baukosten – sei es durch steigende Grundstückpreise oder immer neue Verordnungen zur Energieeffizienz, die das Bauen weiter verteuern. Kein Wunder also, wenn potenzielle Immobilienkäufer vom Neubau Abstand nehmen und auf ein Bestandsobjekt setzen.

Dieses Bild setzt sich auch in den untersuchten Top-5-Metropolen fort: Überall liegt der Kostenanstieg bei Bestandsimmobilien über dem der Neubauten – und übertrifft in den meisten Großstädten auch den bundesweiten Durchschnitt. So erhöhten sich die Preise im Bestand in Berlin und Frankfurt am Main jeweils um 2,4 Prozentpunkte innerhalb eines Monats. Etwas gemäßigter zeigten sich die Märkte in Köln (+ 1,6 Prozentpunkte im Bestand, + 0,4 Neubau) und München (jeweils + 0,9 Prozentpunkte).

Auch bei den Angebotsmieten rangiert der Anstieg in allen Metropolen mit Ausnahme von Köln über dem Mittelwert Deutschlands von 0,3 Prozentpunkten. So zahlen Mieter in München 0,7 Prozentpunkte mehr als im Vormonat, in Berlin 0,6 und in Hamburg 0,4. Abzuwarten bleibt, wie unterschiedlich sich die geplante Mietpreisbremse in diesen Märkten auswirken wird.

www.immobilienscout24.de