3 Mrd. Euro Schäden

08.10.2020

Foto: © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr haben Naturkatastrophen hierzulande weniger Schäden angerichtet als in den Vorjahren. Das geht aus der finalen Schadensbilanz des GDV hervor, die heute im Naturgefahrenreport veröffentlicht wurde. Bezüglich der Absicherung besteht noch Luft nach oben.

Sturm, Hagel, Überschwemmungen und Co. sorgten im Jahr 2019 für Schadensfälle in Höhe von 3 Mrd. Euro. Damit lag die Schadensbilanz um knapp 10 % unter dem Vorjahreswert und um fast 20 % unter dem langjährigen Mittelwert von 3,7 Mrd. Euro. Der größte Teil der Schäden des vergangenen Jahres entfällt auf Sturm- und Hagelschäden an Gebäuden, Kraftfahrzeugen, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft: Hier betrug der Gesamtschaden im vergangenen Jahr 2,7 Mrd. Euro. Die restlichen 300 Mio. Euro entfielen auf Elementargefahren wie Hochwasser, Starkregen oder Erdrutsch.

Die geringere Schadensintensität im vergangenen Jahr kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch 2019 von einzelnen heftigen Unwettern geprägt war, vor, allem in der ersten Jahreshälfte. So wüteten im März die Sturmtiefs Dragi und Eberhard und sorgten mit ca. 500 Mio. Euro für fast ein Viertel des Gesamtschadens (ohne Kfz). Im Juni sorgten dann mehrere Tiefs in kurzer Zeit für Hagelschauer, die 300 Mio. Euro Sachschäden und weitere 400 Mio. Euro an Fahrzeugschäden verursachten. Für die Kfz-Versicherer waren diese Hageltage die neuntschwersten Unwetter seit 1984. „2019 hat erneut gezeigt, zu welchen Extremen das Wetter neigt“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Zehn Millionen Häuser nicht rundum geschützt

„Angesichts der zu erwartenden Zunahme extremer Wetterereignisse sind die Menschen gut beraten, ihr Hab und Gut umfassend abzusichern“, betont Asmussen. Während bundesweit fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert sind, fehlt jedoch rund zehn Millionen Hausbesitzern der Schutz gegen Elementarrisiken wie Starkregen und Hochwasser. Ende 2019 hatten erst 45 % aller Gebäude den dafür nötigen Zusatzbaustein „erweiterte Naturgefahrenversicherung (Elementarschäden)“ – immerhin zwei Prozentpunkte mehr als Ende 2018. (ahu)