Chinas Börse: Vor der nächsten Kursexplosion?

Dr. Clemens Kustner ©Aspoma

China im November 2016: Neben erfreulichen Konjunkturzahlen und günstig bewerteten Aktien gibt es jetzt einen weiteren Grund für Anleger, sich im Reich der Mitte umzusehen. In Kürze dürfen Millionen von Chinesen Aktien kaufen, die an der Hongkonger Börse gelistet sind. Viele Titel dort werden mit satten Abschlägen gegenüber den Festlandsbörsen gehandelt – ein ideales Umfeld für spürbar steigende Kurse!

Festlands-Chinesen handeln Aktien an den Börsen in Shanghai und Shenzhen, während ausländische Investoren vor allem an der Hongkonger Börse aktiv sind. Die dort gehandelten H-Aktien sind in den meisten Fällen günstiger bewertet als Titel, die an den Festlandsbörsen gelistet sind. Versuche, die Börse in Hong Kong mit den Börsen auf dem Festland zu verbinden, gab es schon früher.

Doch nun kommt die Öffnung der Börse in Hong Kong für chinesische Investoren richtig in Gang: Zwischen Hongkong und Shanghai besteht bereits seit 2014 ein sogenannter Connect. Damit konnten Festlands-Chinesen erstmals relativ frei an der Börse der früheren britischen Kolonie Aktien kaufen, die auf dem Festland nicht gehandelt werden oder in Hongkong eine günstigere Bewertung haben. Jetzt kommt die Verbindung zwischen Hong Kong und Shenzhen dazu.

Chinesen sind scharf auf Small Caps

Parallel zu diesem weiteren Connect zwischen den Börsen auf dem Festland und Hongkong werden fortlaufend technische und administrative Hürden abgebaut. Die Politik will so den chinesischen Kapitalmarkt Stück für Stück vereinheitlichen. Ziel ist, dass der Aktienhandel nicht nur die bisherige „Kapitalmarktgrenze“ zwischen Hong Kong und China überschreitet, sondern sich erheblich ausweitet. Erneut wird damit viel Geld vom Festland in Aktien fließen, die in Hongkong gelistet sind. Aus Sicht der Festlands-Chinesen besonders attraktiv: In Hongkong werden mehr als 80 Mid- und Small Cap-Aktien gehandelt, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen. Dazu gehört etwa Brilliance Automotive, ein Unternehmen, das mit BMW seit 2003 ein Joint-Venture betreibt.

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