Turbulenzen werden anhalten

Paul Flood, Portfoliomanager des BNY Mellon Global Multi-Asset Income Fund bei Newton / Foto: © BNY Mellon

Schon wieder wurden die asiatischen Börsen und der US-Future-Markt erschüttert, weil die US-Regierung angekündigt hat, auf Konsumgüter aus China im Wert von weiteren 200 Milliarden US-Dollar Strafzölle zu erheben. Interessant ist, dass eine Reihe hochwertiger Produkte auf der Liste fehlen, so zum Beispiel Mobiltelefone – vermutlich um Apples iPhone-Absatz in China vor Vergeltungsmaßnahmen zu schützen. Die Folge: Der S&P 500 Index fiel nach Börsenschluss in einem Umfang, der einer Marktkapitalisierung von 24 Billionen US-Dollar entspricht, und die Börsen in Asien brachen über Nacht ebenfalls ein. Der Shanghai Composite Index fiel um zwei Prozent und die europäischen Aktienindizes dürften um immerhin 0,7 Prozent fallen. Diese Reaktion scheint aus meiner Sicht etwas übertrieben, betragen die Zölle doch nur einen Prozentsatz des angekündigten Warenwertes von 200 Millionen US-Dollar. Andererseits: Auch wenn es nur um 0,3 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes geht, so schlagen die Ankündigungen trotzdem überproportional auf die Kapitalmärkte durch, weil Investoren sich um eine Eintrübung des Geschäftsklimas und eine weitere Eskalation im Handelskrieg sorgen. Da keine Seite kompromissbereit scheint, dürften die Turbulenzen noch eine Weile andauern.

Marktkommentar von Paul Flood,
Portfoliomanager des BNY Mellon Global Multi-Asset Income Fund bei Newton