Solides Fundament erforderlich

Foto: © Chad McDermott - stock.adobe.com

Jeder Fall von Berufsunfähigkeit bedeutet für die Versicherung eine dauerhafte finanzielle Belastung. Für Versicherte ist es deshalb wichtig, dass der Versicherer über ein ausreichend finanzielles Polster verfügt. Die Finanzstärke sollte aber nicht das einzige Kriterium sein, nach dem eine BU-Versicherung ausgewählt wird.

Jedes Jahr wird in Deutschland eine fünfstellige Zahl von BU-Fällen anerkannt. Um welche finanziellen Dimensionen es dabei geht, macht Stephan Kaiser deutlich. So erklärt der Geschäftsführer der BU-Expertenservice GmbH, dass eine anerkannte BU-Rente meist einen finanzmathematischen Barwert in sechsstelliger Höhe darstelle und damit versicherungstechnisch quasi ein Großschaden sei. Die Finanzierung dieser Belastung wird laut Lisa Deurer durch die aktuelle Marktsituation erschwert. „Es ist ein Preiskampf um die attraktivsten Berufsgruppen in der BU-Versicherung zu beobachten“, so die Produktmanagerin Biometrie beider Versicherungsgruppe die Bayerische. Was für die Versicherten auf den ersten Blick gut ist, könnte für so manchen Versicherer, und damit auch für dessen Kunden, zu einem ernsten Problem werden. „Fortlaufend steigenden Renten stehen sinkende Beiträge gegenüber, was durchaus eine Herausforderung für einzelne Versicherer und deren Kollektiv darstellt“, so Deurer weiter. Laut Michael Bastian liegt es jedoch am Versicherer selbst, ob diese Herausforderungen auf ihn zukommen oder nicht. „Für einen solide kalkulierenden BU-Versicherer stellt ein BU-Leistungsfall keine Belastung dar, da dieser Teil unseres Leistungsversprechens abgedeckt ist“, erklärt der Leiter Makler Zentralbereich Allianz Lebensversicherung und Allianz Private Krankenversicherung.

Bei einer Kfz-Versicherung ist es durchaus üblich, den Anbieter immer wieder zu wechseln: Wenn man viele Jahre keinen Versicherungsfall hatte, kommt man in eine bessere Schadensfreiheitsklasse und ein anderer Versicherer bietet vielleicht bessere Konditionen als die aktuelle Police. Umgekehrt ist die Situation bei der BU-Versicherung: Diese sollte am besten so früh wie möglich abgeschlossen werden, denn aufgrund des körperlichen Verschleißes und dem damit höheren Risiko, berufsunfähig zu werden, werden die Policen mit zunehmendem Alter teurer. Hinzu kommt, dass man beispielsweise keine Berufsunfähigkeit wegen Rückenproblemen versichern kann, wenn man vor Vertragsabschluss einen Bandscheibenvorfall erlitten hat. „Mit dem Abschluss einer BU gehen Kunde, Vermittler und Versicherer eine langfristige Geschäftsbeziehung ein. Daher ist es wichtig, sich Stabilitätskriterien, wie Finanzstärke des Anbieters, anzuschauen“, erläutert Lisa Deurer. Auch Pascal Schiffels, Mitglied der Geschäftsleitung von MORGEN & MORGEN bestätigt, dass es aufgrund der Langfristigkeit des Produkts wichtig sei, die BU-Versicherung bei einem Anbieter abzuschließen, der über ein ausreichendes monetäres Polster verfügt. „Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist rechtlich der Lebensversicherung zuzuordnen. Hierbei werden garantierte Beiträge (Bruttobeiträge) kalkuliert. Da eine BU-Versicherung über eine lange Laufzeit abgeschlossen wird, muss die Kalkulation über Jahrzehnte Bestand haben.“ Gerade die Tatsache, dass eine BU-Absicherung über mehrere Jahrzehnte wirken muss, macht für Stephan Kaiser die Auswahl eines zahlungskräftigen Versicherers gerade in der heutigen schwierigen Zeit wichtiger als viele andere Kriterien.

Warum alle Kunden von einem ausreichenden finanziellen Polster profitieren und wie sich dieses messen lässt, lesen Sie auf Seite 2