Unwetter sorgten für Milliardenschäden

08.07.2021

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Nachdem er in den Vorjahren eher trocken war, zeigt sich der Sommer 2021 bislang von seiner nassen Seite. Gerade in der zweiten Junihälfte haben Starkregen und Hagel große Schäden angerichtet, wie aktuellen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

Zwischen 18. und 30. Juni sind mehrere Starkregen- und Hagelereignisse über Deutschland hinweggezogen. Diese haben nach vorläufigen Schätzungen des GDV versicherte Schäden in Höhe von 1,7 Mrd. Euro verursacht. So mussten die Sachversicherer für beschädigte Häuser, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetriebe mehr als ein Mrd. Euro aufwenden. Davon entfielen ca. 600 Mio. Euro auf Hagelschäden und ca. 400 Mio. Euro auf weitere Naturgefahren (Starkregen). „Die Unwetterserie ist damit für die Sachversicherer jeweils das zweitgrößte Hagel- bzw. Starkregenereignis seit 2002“, berichtete GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Lediglich Hagel „Andreas“ im Jahr 2013 richtete mit ca. 2 Mrd. Euro noch höhere Schäden an. Beim Starkregen war im Mai 2016 „Elvira II“ mit 480 Mio. Euro die größte „Übeltäterin“.

Die Kfz-Versicherer mussten in der zweiten Junihälfte ca. 275.000 Schäden mit einer Gesamthöhe von ca. 700 Mio. Euro regulieren. Der größte Teil entfiel dabei auf Hagelschäden, was die jüngsten Unwetterereignisse den viertgrößten Hagelschaden überhaupt war. Das teuerste Hagelereignis war im Jahr 1984 der „Münchner Hagel“.

„Es hat sich erneut gezeigt, welch große Schäden Hagel und Starkregen innerhalb kürzester Zeit anrichten können“, erklärt Jörg Asmussen. Künftig müsse man sich darauf einstellen, dass sich die Frequenz und die Intensität solcher Ereignisse erhöhe.

Vermutlich hohe Dunkelziffer

Die aktuellen Zahlen sind aber wohl nur die Spitze des Eisbergs: So haben sind bundesweit nur 46 % aller Wohngebäude gegen Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser abgesichert. Entsprechend gehen die Schäden hier nicht in die GDV-Statistik ein. Gegen Sturm und Hagel sind hingegen fast alle Wohngebäude abgesichert. „Es ist erfreulich, dass inzwischen fast die Hälfte der Gebäudebesitzer Schutz vor weiteren Naturgefahren haben. Aber für die anderen gilt, dass sie ihren Versicherungsschutz überprüfen und anpassen sollten“, so Asmussen abschließend. (ahu)