Richtig anlegen für die Rente

25.06.2019

Dr. Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München / Foto: © Dr. Lux & Präuner

Dividenden-Aktien

Die Idee ist bestechend: Aktien kaufen und das Startkapital losgelöst von Kursschwankungen allein durch Dividenden wieder einspielen - und sogar mehren. Ganz risikolos funktioniert die Strategie nicht, aber mit jedem weiteren Jahr sinkt das Verlustrisiko, weil die einmal verdienten Dividenden sicher sind. Infrage für eine solche Strategie kommen internationale Großkonzerne mit stabilem Geschäftsmodell. So lässt sich zum Beispiel mit Versicherungen, Arzneien und Nahrungs-/Genussmittel in guten wie schlechten Konjunkturzeiten viel Geld verdienen - und von dem Gewinn daraus reichen die Unternehmen einen Großteil Jahr für Jahr an ihre Aktionäre weiter. Die „Dividendenaristokraten“ unter den Firmen schaffen es sogar, ihre Dividende jedes Jahr zu steigern. Dann fließt das eingesetzte Kapital umso schneller zurück. Kursgewinne kommen oben drauf.

Ungeeignet für eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie sind jedoch konjunkturabhängige Branchen (zum Beispiel Automobil-/Maschinenbau) oder Geschäftsfelder mit wenig Zukunft (z.B. energieintensive Branchen). Wer beispielsweise einst Aktien von E.ON, RWE oder der Deutschen Bank kaufte und hierbei den hohen Dividendenrenditen vertraute, verlor viel Geld. Erst brachen die Kurse ein, weil die Geschäfte nicht mehr liefen, dann strichen die Konzerne aufgrund der gesunkenen Gewinne die Dividende zusammen, dann fielen die Kurse weiter. Anleger sollten sich deshalb vor Unternehmen hüten, bei denen die Dividende höher ausfällt als der Gewinn.

Unser Rat: Immobilien sind in den bevorzugten Lagen mittlerweile einfach zu teuer geworden. Wer hier noch Vermögen aufbauen will, hat die interessanten Zeiten definitiv verpasst. Bleibt die Wertpapieranlage. Mit ein paar Indexfonds muss man sich hier das Leben nicht schwer machen. Wer mehr will, setzt auf einzelne Aktien, am besten auf Dividendenaktien. So summiert sich seit dem Start des DAX im Jahr 1988 das zusätzliche Plus durch Dividenden gegenüber dem DAX-Kursindex, in den die Dividenden nicht einberechnet werden, auf inzwischen 124 Prozent. Der DAX steht bei gut 12.200 Punkten, der Kurs-Index bei etwas über 5.400 Punkten. Mehr als die Hälfte aller Dax-Gewinne resultiert also allein aus den Dividenden.

Kolumne von Dr. Marc-Oliver Lux, Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München