Einbruchszahl ist erneut gestiegen

Zahl der Einbrüche steigt
Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt erneut an © Igor Mojzes - Fotolia.com

Die Zahl der Einbrüche in Eigenheime hat sich in Deutschland deutlich erhöht. Der Schaden ist ein Verlust und auch eine psychische Belastung, weil völlig fremde Personen in der Wohnung waren.

2016-05-13 (fw/db) Der Gesamtverband deutscher Versicherer (GDV) meldet 160.000 versicherte Wohnungseinbrüche im Jahr 2015. Die Zahl der versicherten Einbrüche erreichte den höchsten Stand seit 2003. Für diese Einbrüche leistete die Branche 530 Millionen Euro an die Versicherten. In den letzten fünf Jahren haben Einbrüche um über 30 Prozent zugenommen, der Schadenaufwand hat sich verdoppelt. 2014 waren es 150.000 Einbrüche, die Versicherungsleistung betrug 480 Millionen Euro. Das geht aus dem Einbruch-Report 2016 hervor, den der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jetzt in Berlin vorgelegt hat. „Einbrechern wird es in Deutschland immer noch zu leicht gemacht. Dies liegt unter anderem daran, dass die in Fenster und Türen eingebaute Sicherungstechnik oft nicht mehr auf dem neuesten Stand ist“, sagt der Vorsitzende der GDV-Geschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth.

Finanzielle Förderung des Einbruchschutzes

Die Ankündigung der Bundesregierung, ihre Fördermittel zur Verbesserung des Einbruchschutzes auf 50 Millionen Euro im Jahr aufzustocken, ist ein wichtiges Signal. „Die hohe Nachfrage nach staatlicher Unterstützung zeigt, dass die Menschen bereit sind, in moderne Sicherheitstechnik zu investieren“, so Fürstenwerth. Gute Produkte sind schon lange am Markt verfügbar, so dass gerade im Neubau- und Sanierungsbereich nur geringe Mehrkosten gegenüber dem Einbau herkömmlicher Technik entstehen. Es den Einbrechern möglichst schwer zu machen, zahlt sich aus: Rund 40 Prozent der Einbruchsversuche werden abgebrochen, wenn die Täter nicht schnell genug eindringen können.

Bauvorschriften müssen Standards zum Einbruchschutz regeln

Hauptangriffspunkte der Täter sind vor allem Fenster und Türen. Diese müssen deshalb besonders gesichert werden. Bei Neubauten werden in Deutschland einbruchhemmende Fenster und Türen nicht standardmäßig eingebaut. Die Folge: Sie lassen sich in wenigen Sekunden aufhebeln. Vorschriften zur Beschaffenheit und zu den Widerstandsklassen von Fenstern und Türen gibt es bislang nicht. „Nur wenn die Politik flächendeckend Anforderungen für den Einbruchschutz verbindlich vorschreibt, können wir etwas erreichen“, so Fürstenwerth. Die deutschen Versicherer fordern deshalb eine bundesweite Regelung in den Bauvorschriften. Diese soll die Mindestanforderungen für neu eingebaute Fenster und Türen definieren, um damit wirksam den Einbruchschutz zu erhöhen.