Wie digitalisiert ist die Immobilienbranche?

Foto: © Style-Photography -stock.adobe.com

Die Immobilienbranche ist sich dahingehend einig, dass in der Digitalisierung ein entscheidender Schlüssel für die Zukunft liegt. Dennoch sind viele Akteure bislang eher schlecht als recht auf die Herausforderungen vorbereitet. Abhilfe soll vor allem von außen kommen.

Die Immobilien-Informations- und Dialogplattform Fonds Forum hat fast 100 Unternehmen aus der institutionellen Immobilienwirtschaft, insbesondere Anlegerunternehmen, Fondsgesellschaft, Immobiliendienstleister und Projektentwickler zum Thema Digitalisierung befragt. Dabei gaben 90 % der Befragten an, den Digitalisierungsprozess als „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ zu erachten.

Trotz der wahrgenommenen Wichtigkeit ist die tatsächliche Umsetzung der Digitalisierungsmaßnahmen noch deutlich ausbaufähig. So gab nur jedes fünfte Anlegerunternehmen (Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke etc.) an, den Digitalisierungsprozess bereits beendet zu haben. In dieser Anlegergruppe erwarten 80 % der Befragten durch die Digitalisierung eine starke Veränderungen oder zumindest eine Weiterentwicklung für ihre bestehenden Geschäftsmodelle. Mehr als jeder zweite Befragte in dieser Anlegergruppe erachtet die Digitalisierung als „sehr wichtig“ und gab an, größere oder sogar höhere Beträge in die Digitalumstellung zu investieren. Für die meisten Anleger besteht bezüglich der Digitalisierung vor allem die Notwendigkeit einer höheren Datenverfügbarkeit und –transparenz.

Dass die Unternehmen bezüglich der Digitalisierung noch deutlichen Nachholbedarf haben, könnte damit zusammenhängen, dass sie für die Umstellung vor allem auf externe Hilfe setzen. So führt nur jeder zehnte Befragte die Digitalumstellung völlig in Eigenregie durch. Der Rest holt sich externe Hilfe von Beratungsunternehmen oder Digitalisierungsspezialisten. Die Anlegerunternehmen nutzen, im Gegensatz zu anderen Branchenteilnehmern, die Digitalisierungsumstellung ausschließlich für ihr eigenes Unternehmen. Lediglich ein Drittel der Befragten Anleger hat im Rahmen der Digitalisierungsumstellung Zusammenschlüsse oder strategische Allianzen vorangetrieben.

„Die Umfrage zeigt deutlich, dass das Thema Digitalisierung immer noch nicht operativ bei der institutionellen Immobilienwirtschaft angekommen ist. Viele Marktteilnehmer sind offenbar nach wie vor in einer Warteposition“, erläutert Oliver Strumpf, Mitbegründer des FondsForum und Initiator der Digital-Konferenz.

Die detaillierten Ergebnisse werden im Rahmen der Digital-Konferenz am 23. Januar von der Unternehmensberatung Deloitte vorgestellt. Dabei werden auch die Sichtweisen anderer Branchenteilnehmer wie Asset- und Fondsmanager, Projektentwickler und Kreditinstitute aufgezeigt. (ahu)

www.fondsforum.de