Völlig praxisferner Vorschlag

Sabine Barthauer, Vorstand der ZIA Region Nord / Foto: © Janko Woltersmann

Der ZIA geht erneut hart mit der Politik ins Gericht: Nach Kritik an einem SPD-Vorschlag, wird jetzt ein Vorschlag der Grünen kritisiert.

Ein Vorschlag der Grünen im Hamburger Bezirk Mitte sorgt für Zündstoff: Die Partei hatte vorgeschlagen, Hotelbauten nur noch zu genehmigen, wenn der entsprechende Investor auch Wohnungen baut. Ziel ist es, die Ballung von Hotels insbesondere in Stadtteilen wie Hammerbrook Einhalt zu gebieten. Beim Zentralen Immobilien Ausschuss ZIA sorgt der Vorschlag für Kopfschütteln. „Der Ansatz, bei Genehmigungsverfahren auf eine ganzheitliche Stadtentwicklung zu schauen, ist richtig. Der Vorschlag der Grünen geht jedoch an jeglicher immobilienwirtschaftlicher Realität vorbei. Die Partei unterstellt Unternehmen, alle Nutzungsarten errichten zu können. Das stimmt aber nicht. Projektentwickler spezialisieren sich ähnlich wie alle anderen Unternehmen der freien Wirtschaft auf bestimmte Schwerpunkte, in dem Falle eben Hotelimmobilien. Sollten zusätzlich Wohnungen gebaut werden, könnte das zu teuren Zusatzplanungen führen, die sowohl die Hotelflächen als auch den neu zu schaffenden Wohnraum deutlich verteuern. Investoren müssten Partner gewinnen, Grundstücke aufteilen und langwierige gemeinsame Planungen vornehmen. Das könnte dazu führen, dass Investitionsplanungen zurückgezogen werden. So entstünde dann gar kein Hotel und auch keine zusätzliche Wohnung mehr“, kritisiert Sabine Barthauer, Vorstand der ZIA-Region Nord.

Erst vergangene Woche kritisierte Spitzenverband der Immobilienwirtschaft die Pläne der SPD, den Betrachtungszeitraum für die ortsübliche Vergleichsmiete zu verlängern (finanzwelt berichtete). (ahu)

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