US-Finanzen droht unter Trump dramatische Schieflage

27.01.2017

Josef Braml © AXA IM

Die US-Finanzen steuern unter der neuen, von Donald Trump angeführten Regierung vermutlich auf eine dramatische Schieflage zu, die dem Land langfristig seine Handlungsfähigkeit nehmen könnte. Diese Meinung vertrat Dr. Josef Braml, USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, der auf Einladung von AXA Investment Managers gestern auf dem Fondsprofessionell-Kongress in Mannheim einen Ausblick auf die Zukunft der Supermacht wagte.

„Sicherlich sind Investitionen in die marode US-Infrastruktur notwendig, die Frage ist aber, wie das geplante 1000-Milliarden-Ausgabenprogramm zu finanzieren ist“, erläuterte der US-Kenner. Die Schuldenlast werde künftig vermutlich noch um einiges vergrößert werden, wenn in absehbarer Zeit die „demographische Zeitbombe“ die Sozialkassen sprenge. Gemeint ist damit der Eintritt von immer mehr Babyboomern in das Rentenalter, der Social Security, Medicaid und Medicare überfordern könnte.

Schon jetzt sei die Gesamtverschuldung des US-Haushalts alarmierend. Sie habe sich seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2007/08 auf derzeit 19 Billionen Dollar verdoppelt. Allein die auf den Finanzmärkten durch Staatsanleihen finanzierte Verschuldung des Bundes belaufe sich heute schon auf drei Viertel (74 Prozent) der Wirtschaftsleistung (BIP). „Im historischen Vergleich – etwa zum Durchschnitt der vergangenen 50 Jahre von 39 Prozent – ist das ohnehin schon besorgniserregend“, so Braml.

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