Ungemütliche Weihnachtszeit an Kapitalmärkten

Sascha Rehbein, Pop

Nachdem der Kapitalmarkt in diesem Jahr zahlreiche Ereignisse, wie zum Beispiel das Brexit-Referendum und die US-Wahlen, verkraften musste, können wir uns im Dezember endlich entspannt zurücklehnen und uns auf die ruhigen und besinnlichen Feiertage freuen… Weit gefehlt! Es bleibt weiterhin spannend an den Kapitalmärkten! Am Wochenende stehen das Referendum in Italien und die Präsidentschaftswahlen in Österreich an. Das Referendum wird nicht nur über die künftige Reformfähigkeit des wachstumsschwachen Italien entscheiden, sondern gegebenenfalls auch die politische Spitze durchrütteln. Österreich hingegen läuft Gefahr, dem Nationalismus in Europa neuen politischen Einfluss zu geben und den Populismus weiter zu stärken. Aber auch über das kommende Wochenende hinaus wird es nicht langweilig. Denn von den altbekannten Impulsgebern, den Notenbanken, dürfen wir zum Jahresendspurt noch hohe Aktivität erwarten. So sollte die EZB am kommenden Donnerstag endlich eine Verlängerung ihres Anleihekaufprogramms verkünden und möglicherweise an der einen oder anderen Stellschraube des Kaufprogramms drehen. In der darauffolgenden Woche erwarten wir von der US-Notenbank den zweiten Zinsschritt. Nachdem die Fed im vergangenen Jahr die erste Zinserhöhung durchgeführt hatte, zeigte sie sich in diesem Jahr sehr vorsichtig aufgrund der diversen Kapitalmarktverwerfungen. Doch die wirtschaftliche Entwicklung der USA setzt Frau Yellen zunehmend unter Druck. Das Wachstum zieht an, der Arbeitsmarkt befindet sich kurz vor der Vollbeschäftigung und selbst die Inflation wird voraussichtlich in den kommenden Monaten die 2%-Zielmarke durchschreiten.

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