Steigende Nachfrage nach Wohneigentum erwartet

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Nach einer Umfrage des Immobilienverbands IVD zur Immobilienmarktentwicklung 2016 wird die Nachfrage nach Wohneigentum 2016 nach Einschätzung führender Immobilienunternehmer weiter steigen.

(fw) Befragt wurden bundesweit 6.000 Unternehmen. Neben der starken Nachfrage nach Wohnimmobilien erwarten die befragten Immobilienexperten, zu denen Maklerbetriebe, Verwaltungsunternehmen und Sachverständige gehören, auch steigende Preise bei Kaufobjekten, vor allem in den Ballungszentren, und einen weiteren Trend zur Eigentumsbildung. „Das niedrige Zinsniveau unterstützt weiterhin den Wunsch eines Großteils der Deutschen, sich den Traum der eigenen vier Wände zu erfüllen. Das führt dazu, dass die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiter wachsen wird”, erläutert Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD, die Ergebnisse der Umfrage.

So erwarten die befragten Immobilienunternehmen laut der Studie die stärksten Zuwächse bei Baugrundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser. 78 % gehen davon aus, dass dieses Segment sich positiv entwickeln wird. Knapp dahinter mit jeweils 76 % liegen die Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen für Selbstnutzer. Für vermietete Eigentumswohnungen erwarten 59 % ein wachsendes Interesse. Bei Maklern, die in einer Großstadt tätig sind, ist die Zuversicht sogar noch größer. 84 % der Befragten rechnen damit, dass das Interesse von Selbstnutzern an Eigentumswohnungen in Metropolen und deren Umland steigt. „Durch Zuzug und die Flüchtlingsströme wird die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen Großstädten weiter zunehmen“, so Schick. „Steigende Mieten sind die Folge. Dieses Potenzial wollen viele Anleger nutzen.”

Preis regelt die Nachfrage
Parallel zum prognostizierten Nachfragezuwachs wird auch ein Anstieg der Preise erwartet. So gehen 77 % der Befragten von einem Anstieg der Baugrundstückspreise für Ein-und Zweifamilienhäuser aus. 75 % erwarten eine deutliche Wertsteigerung bei Einfamilienhäusern. Dicht gefolgt davon rechnen 74 % der Experten mit einem Anstieg der Preise für Baugrundstücke für Mehrfamilienhäuser. Mit einem Anstieg der Eigentumswohnungspreise rechnen 72 %. Knapp sechs von zehn Befragten erwarten zudem höhere Wohnungsmieten.

Das größte Motiv für Immobilienkäufer ist das historisch niedrige Zinsniveau
Bei den Kaufmotiven der Selbstnutzer und Kapitalanleger liegt das historisch niedrige Zinsniveau nach Ansicht der befragten Immobilienprofis an erster Stelle. 87 % der Immobilienexperten sehen darin das wichtigste Kriterium für den Erwerb einer eigenen Immobilie zur Selbstnutzung. Bei den Investoren gehen 79 % der Befragten davon aus, dass das Zinsniveau das wichtigste Kaufmotiv sein wird. „Die geringen Finanzierungskosten führen aktuell zu einer besonders günstigen Erschwinglichkeit für Wohnimmobilien. Die Entscheidung für die Investition in ein Eigenheim wird dadurch unterstützt”, so Schick. Bei Selbstnutzern folgt auf dem zweiten Platz mit 62 % die Aussicht auf mietfreies Wohnen im Alter, an dritter Stelle mit 54 % die stabile Kapitalanlage mit Aussicht auf gute Wertentwicklung als Motivation für den Kauf. Bei Kapitalanlegern ist die stabile Kapitalanlage mit Aussicht auf gute Wertentwicklung mit 72 % das zweitwichtigste Kaufmotiv, gefolgt von der sicheren Altersvorsorge mit 48 %.

Neues Mietrechtspaket kann zu weniger Investitionen führen
Sollte das Mietrechtspaket, wie es Bundesjustizminister Heiko Maas kürzlich vorgeschlagen hat (Ausweitung des Betrachtungszeitraums für Mietspiegel, Reduktion der Mieterhöhung nach Modernisierung), eingeführt werden, sehen 78 % der Befragten den Rückgang der Modernisierung von Mietwohnungen als eine mögliche Folge der Einführung des neuen Mietrechtspakets. 73 % rechnen in diesem Fall mit einem Rückgang der Investitionen in den deutschen Immobilienmarkt. 42 % der Befragten sehen sogar mittelfristig steigende Mieten als eine mögliche Folge. „Sollte das Mietrechtspaket so kommen, wie es der Bundesjustizminister vorgeschlagen hat, bleiben dringend benötigte Investitionen in den Wohnungsbestand und auch in den Neubau aus. Die Folgen wären gravierend, nicht nur für die Immobilienwirtschaft sondern auch für Wohnungssuchende und Mieter”, so Schick.

Quelle: IVD

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