Sparen zur Beruhigung

Trotz niedriger Zinsen hat das gute alte Sparschwein nach wie vor nicht ausgedient / Foto: © thodonal-fotolia.com

Die historisch niedrigen Zinsen beeinflussen das Sparverhalten der Deutschen nicht. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RaboDirect Deutschland zeigt, dass 80 % der Deutschen ihr Sparverhalten nicht von den Zinsen abhängig machen, sondern ihr Geld aus anderen Gründen auf die Seite legen.

0 %! Um diese Marke herum bewegen sich derzeit die Zinsen, die es für Sparbücher gibt. Eigentlich kein Grund, jeden Monat Geld auf die Seite zu legen. Diese Auffassung vertreten nur wenige Deutsche, denn mehr als 3 /4 von ihnen sparen, obwohl es sich aktuell kaum lohnt. Während man zunächst meinen könnte, dass ältere Generationen, die bereits deutlich höhere Zinsen erlebt haben, im Sparen aktuell nur wenig Sinn sehen, zeigt die Umfrage unter ca. 1.200 Personen ab 14 Jahren, dass dies nicht der Fall ist: So sind mit 79 % genauso viele 14- bis 19-jährige regelmäßige Sparer wie über 60-jährige. Während knapp jeder sechste (14 %) pro Monat 50 Euro auf die Seite legt, sparen 29 % sogar mehr als 200 Euro im Monat. Allerdings gaben auch 15 % an, nicht zu sparen.

Diese Zahlen untermauern auch, warum laut jüngst von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen Bargeld und Bankeinlagen mit 2,2 Bio. Euro fast die Hälfte des gesamten deutschen Geldvermögens von 5,5 Bio. Euro ausmachen. In Aktien steckt dagegen nur gut ein Zehntel (563 Mrd. Euro) des gesamten Geldvermögens der Deutschen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass 45 % der Deutschen Angst um ihr Geld haben.

Sicherheit als Hauptsparmotiv

Viele Deutsche blicken eher pessimistisch in die Zukunft, denn 48 % ist aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen das Lachen vergangen. Dies trifft besonders auf die jüngeren Befragten zu. Viele wollen sich deshalb auf ein sicheres Geldpolster verlassen können, was 2/3 aller Befragten auch als wichtiges Sparmotiv angaben. Knapp die Hälfte aller Befragten möchte durch einen festgelegten Sparbetrag unnötige Ausgaben vermeiden. Bei den unter 30-jährigen liegt dieser Anteil mit 67 % besonders hoch. Ein Drittel der Befragten spart zudem für andere, wie beispielsweise Kinder oder Enkel. Besonders hoch ist hier dieser Anteil bei 30- bis 44-jährigen (38 %) und über 60-jährigen (41 %).

„Sparen ist nach wie vor beliebt, die jeweilige Motivation vielfältig. Die Zinssätze sind jedoch tatsächlich eher Nebensache. Im Vergleich zum Vorjahr (78 %) sagen daher auch 2017 fast genauso viele Befragte (80 %), dass sie ihr Sparverhalten nicht von der Höhe der Zinsen abhängig machen”, fasst Sabine Reinert, Head of Marketing & PR bei RaboDirect, die Ergebnisse der aktuellen Forsa-Studie zusammen. (ahu)