Santander erwirbt deutsche SEB-Filialen

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Die spanische Bank Santander kauft das deutsche Privatkundengeschäft der SEB für 555 Mio. EUR. Durch die Übernahme der 173 Filialen mit rund 1 Millionen Kunden werde sich die Zahl der Geschäftsstellen der Santander Consumer Bank AG in Deutschland nahezu verdoppeln, ließ die Banco Santander SA am Montag mitteilen.

(fw/ah) Es ist kein Überraschungs-Coup, denn nach gut informierten Quellen befanden sich die beiden Banken schon Anfang Juni in exklusiven Verhandlungen, nachdem Santander sich mit ihrer Offerte gegen den italienischen Konkurrenten UniCredit durchgesetzt hatte. Für die Spanier ist dieses bereits die dritte Akquisition in Deutschland. In den vergangenen Jahren hatte Santander bereits mit dem Kauf des Consumer-Finance-Geschäftes der Royal Bank of Scotland und der deutschen Sparten der GE Money ihr Deutschlandgeschäft ausgebaut.

Die Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) hatte das Geschäft im Jahr 2001 im Rahmen der Übernahme der BfG Bank AG erworben. Mit der Profitabilität der deutschen Tochter war die schwedische Finanzgruppe zuletzt jedoch unzufrieden. Das nun veräußerte Privatkundengeschäft erzielte im Geschäftsjahr 2009 einen Verlust von 117 Mio EUR. Bis dato war die Banco Santander in Deutschland nur als Konsumfinanzierer aktiv.

Ganz zieht sich die SEB aber nicht aus Deutschland zurück. Zu den Aktivitäten gehören auch die Geschäftsfelder Firmen- und Immobilienkunden, Institutionelle Kunden sowie Asset Management. Rund 2.000 Mitarbeiter der SEB arbeiten nun unter dem Dach der Banco Santander.