Kein geeintes Immobilien-Europa

Immobilieninvestoren finden in Europa sehr unterschiedliche Bedingungen vor / Foto: © Wolf - stock.adobe.com

Politisch ist Europa in den vergangen Jahrzehnten deutlich näher zusammengerückt, bei den Immobilienmärkten gibt es aber nach wie vor noch ein starkes Ost-West-Gefälle.

Catella Research hat 59 Städte in 19 europäischen Ländern analysiert. In diesen wurde im vergangenen Jahr ein Transaktionsvolumen von 48,1 Mrd. Euro erzielt. Mit 32 % entfiel allein ein Drittel auf Deutschland. Mit deutlichem Abstand folgt Großbritannien, wo 15 % des Transaktionsvolumens realisiert wurde. Am wenigsten von allen untersuchten Märkten wurde in Belgien umgesetzt: Gerade einmal 55,8 Mio. Euro.

Schweden und Schweiz keine Rendite-Weltmeister

Am vergangenen Sonntag spielten Schweden und die Schweiz in Kopenhagen um den Titel des Eishockey-Weltmeisters. Wenn es aber um die Renditen bei Wohnimmobilien geht, sind die größten Städten beider Länder weit von Weltmeister-Ehren entfernt: In Stockholm können Immobilien-Investoren gerade einmal eine Rendite von 1,5 % erzielen. Nur etwas mehr Rendite gibt es in Zürich mit 2,2 %. Ganz anders die Situation in Polen: Wer in Krakau in Wohnimmobilien investiert kann mit ,744 % Rendite rechnen, in der Hauptstadt Warschau sind es immerhin noch 6,15 %. Damit liegen die beiden Städte deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 3,97 %. „Für Investoren bieten die beiden polnischen Städte augenscheinlich die attraktivsten Renditen“, so Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella.

Im Baltikum lässt es sich günstig leben

Nordöstlich von Polen, im Baltikum, können sich vor allem Mieter freuen: In der litauischen Hauptstadt Vilnius müssen sie pro Quadratmeter im Schnitt gerade einmal 8,75 Euro zahlen, weniger als in jeder anderen untersuchten Stadt. Weiter nördlich, in der lettischen Hauptstadt Riga, ist mit 9,25 Euro/m² die durchschnittliche Miete am zweitgeringsten. Von solchen Preisen können Mieter in London nur träumen: Im Schnitt müssen sie pro Quadratmeter 40,78 Euro bezahlen. Am zweithöchsten ist die Miete in Bern mit 34,10 Euro/m². Der europäische Durchschnitt liegt bei 15,21 Euro/m².

Nicht nur für Mieter ist Vilnius günstig: Mit 1.470 Euro/m² hat die litauische Hauptstadt auch die günstigsten durchschnittlichen Kaufpreise für Eigentumswohnungen. Mit 1.520 Euro/m² befindet sich Breslau auf Platz zwei bei den günstigsten durchschnittlichen Kaufpreisen für Wohneigentum. Bei den Kaufpreisen zeigt sich eine Analogie zu den Mieten: Während sich, wie erwähnt, Vilnius am unteren Ende der Skala befindet, liegt auch hier London an der Spitze: Pro Quadratmeter sind hier im Schnitt 16.935 Euro fällig. Wie bei den Mieten geht Platz zwei hier ebenfalls an eine Schweizer Stadt: In Zürich müssen Wohnungskäufer im Schnitt 13.007 Euro/m² bezahlen. Mit 10.030 Euro müssen auch Wohnungskäufer in Paris fünfstellige Quadratmeterpreise bezahlen.

Der durchschnittliche Preis für eine Eigentumswohnung in den 59 untersuchten Städten beträgt 4.616 Euro/m².

“Der Nachfragedruck auf die europäischen Wohnungsinvestmentmärkte wird weiter anhalten. In 31 von insgesamt 59 Städten prognostizieren wir bis zum Ende des Jahres noch einen leichten Renditerückgang, aber in keiner einzigen europäischen Stadt erwarteten wir steigende Renditen“, wagt Dr. Thomas Beyerle einen Blick in die Zukunft. (ahu)

www.catella.com