Gutes Potenzial für US-Aktienkurse in 2017

Dr. Thomas Heidel, Leitung Research Fidal AG /Foto: © Fidal AG

Der Blick in die Glaskugel ist insbesondere an diesem Jahresende für die Experten nicht leichter geworden, muss doch ein zukünftiger US-Präsident in die Prognosen miteinbezogen werden, von dem man weder das konkrete Wirtschaftsprogramm noch die realen Umsetzungspläne kennt.

Doch zunächst ein Blick zurück zu den Kursprognosen vor genau einem Jahr: Die Prognose-Spanne der Banken reichte beim S&P 500-Index für den Jahresendstand 2016 von 2.100 bis 2.300 Punkten. Obwohl zwei herausragende Ereignisse in 2016 die Experten sicherlich nicht auf dem Radar hatten – Brexit und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten – liegen bei einem aktuellen Kurs des S&P 500-Index von knapp 2.200 die Prognosen prinzipiell goldrichtig.

Auch die vorhergesagte Zunahme der Volatilität ist eingetroffen, gab es doch in den ersten sechs Wochen des Jahres einen zweistelligen prozentualen Kursrückgang mit einer gleich großen Gegenbewegung in den nächsten sechs Wochen. Die großen Wallstreet-Häuser geben sich in ihren Ausblicken für die US-Aktienmarktentwicklung in 2017 relativ bescheiden und zeichnen damit ein ähnliches Prognosebild wie schon vor einem Jahr.

Große Sprünge werden dem US-Markt in 2017 nicht zugetraut. Die enge Prognose-Spanne der großen Banken reicht beim S&P 500-Index von 2.300 bis 2.400 Punkten zum Jahresende. Bei einem durchschnittlich prognostizierten Jahresendstand von 2.330 wird mit einer Aktienperformance von sechs Prozent, bezogen auf den Novemberschlusskurs, gerechnet (plus einer jährlichen Dividendenrendite von ca. zwei Prozent).

Wiederum liegt das Investmenthaus Goldman Sachs wie im Vorjahr am negativen Ende der Prognosen, obwohl es die Jahresendziele für den S&P 500-Index in den letzten Tagen nach oben revidiert hat. Goldman Sachs traut sich sogar eine Verlaufsprognose für 2017 zu. Demnach prophezeit der ehemals pessimistische Chef-Stratege von Goldman Sachs, David Kostin, durch das expansive Wahlprogramm des neuen US-Präsidenten Donald Trump einen Anstieg des S&P 500-Index im ersten Quartal 2017 bis auf 2.400 Punkte.

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