Die Garantie, die schneller verpufft als ihr Schatten

André Kunze, Geschäftsführender Gesellschafter der Prometheus Vermögensmanagement GmbH / Foto: © Prometheus

Genau 11.447.000.000 Euro oder kurz 11,447 Milliarden Euro dürfen wir als Sparer bei der Deutschen Bank auf dem Konto, im Tages- bzw. Festgeld oder auf dem Sparbuch haben. Denn bis zu dieser Höhe ist jeder einzelne Sparer mit seinem Geld bei der Deutschen Bank zu 100 Prozent sicher aufgehoben – garantiert.

Das sagt zumindest der Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken. Und der muss es ja wissen. Schließlich garantiert er diesen Betrag für Einlagen, die Sparer unter anderem bei der Deutschen Bank anlegen. Wie gesagt: Für jeden einzelnen Sparer 11.447.000.000 Euro. Und nur für dessen Geld bei der Deutschen Bank. „Hä?“ werden Sie nun als fleißiges Sparbienchen zweifelsohne sagen. „Das ist ja viel mehr als ich mir in meinen kühnsten Träumen erhofft hatte. Mensch, ist das sicher!“

Sollte Ihnen diese Zahl aber doch irgendwie abstrus hoch vorkommen, geht es Ihnen wie mir. Aber da hilft kein Zweifeln, ich habe es schwarz auf weiß. In Form einer schriftlichen Bestätigung des Einlagensicherungsfonds. Diese Bestätigung können Sie im Übrigen auch selbst anfordern. Unter www.einlagensicherungsfonds.de können Sie für Ihre Hausbank oder auch für jede andere Bank die Höhe der Absicherung für Ihre Spareinlagen erfragen.

Nun könnte man es ja hiermit eigentlich bewenden lassen. Habe ich aber nicht, da selbst mir als diplomiertem Bankbetriebswirt die eingangs genannte Zahl mit den 11 Ziffern vor dem Komma etwas üppig erscheint. Daher habe ich kurzerhand beim Einlagensicherungsfonds angefragt, wie hoch die Rücklagen des Einlagensicherungs-fonds für den Fall der Fälle eigentlich sind.

Die Antwort fiel zwar nicht ganz so üppig aus wie die Garantie, aber sie war klar und deutlich formuliert: „Mit Rücksicht auf unsere den Einlagensicherungsfonds tragenden Mitgliedsinstitute geben wir grundsätzlich keine Informationen über die finanzielle Ausstattung des Einlagensicherungsfonds deutscher Banken an die Öffentlichkeit.“

Vielleicht fragen aber die Sparer einfach nicht nach, weil Vater Staat seine Staats-garantie ja noch oben drauflegt. Andererseits – warum gibt der Staat eigentlich eine Garantie, wenn doch der Einlagensicherungsfonds der Banken bereits so sicher ist?

Egal, gegenüber dem Einlagensicherungsfonds der Banken mutet die gesetzliche Einlagensicherung ohnehin geradezu bescheiden an. Denn diese sichert jeden Sparer nur bis zu 100.000 Euro ab – allerdings je Bank. Verteilt ein Anleger seine Ersparnisse in Höhe von beispielsweise 300.000 Euro also gleichmäßig auf drei verschiedene Banken, so ist auch dieses Geld sicher. Zumindest auf dem Papier.

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