Deutsche Exporteure von volatileren Wachstumsmärkten unbeeinträchtigt

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Die deutschen Exporte werden auch in Zukunft kräftig wachsen – das zeigen die Zahlen des aktuellen HSBC Trade Forecast. Gemäß der Studie wird die anhaltende wirtschaftliche Erholung der USA und des Euroraums in den kommenden Monaten die nachlassende Nachfrage aus den volatileren Wachstumsmärkten kompensieren.

(fw) Langfristig werden China und Südostasien jedoch weiter an Bedeutung für deutsche Exporteure gewinnen. Denn dort kündigen sich strukturelle Veränderungen an: Die industriellen Fertigungsprozesse werden ausgereifter, die Wertschöpfungstiefe nimmt zu. Dies führt zu höheren Gehältern und einer steigenden Kaufkraft in der Bevölkerung. Deutsche Unternehmen werden von dieser Entwicklung profitieren.

Kurzfristiges Exportwachstum wird durch die Industrieländer getrieben

Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich 2015 weiter normalisiert. Dies wirkt sich auch auf das Geschäft deutscher Unternehmen aus. Kurzfristige Wachstumschancen für die deutsche Exportwirtschaft ergeben sich daher derzeit vor allem in den klassischen Industrieländern. „Hersteller energieintensiver Güter wie Industriemaschinen oder Transportmittel können vom schwächeren Euro und den nachlassenden Energiepreisen profitieren und so etwa ihr Geschäft mit den USA stärken“, sagt Alexander Mutter, Head of Global Trade & Receivables Finance bei HSBC Deutschland. Auch die Chemieindustrie und der Pharmasektor werden in den kommenden Monaten das Handelswachstum Deutschlands treiben.

China bleibt wichtigster Zukunftsmarkt – deutsche Unternehmen bestens gerüstet

Mittelfristig dürfte der Handel zwischen Deutschland und China wieder anziehen und zwischen 2021 und 2030 um rund 8 Prozent pro Jahr zulegen. „Deutsche Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihren Handel mit China vertieft und so das geringere Wachstum in der Eurozone erfolgreich kompensiert. Von diesen Geschäftsbeziehungen werden sie langfristig profitieren“, sagt Mutter. Spätestens bis 2030 wird China so zum wichtigsten Handelspartner Deutschlands aufsteigen und Frankreich von dieser Position ablösen.

Doch die zunehmende Bedeutung Asiens beschränkt sich nicht auf China. Die Handelsvolumina und das BIP von Ländern wie Vietnam oder Indonesien – organisiert im Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) – hat sich seit 1990 fast versiebenfacht. Der deutsche Handel mit diesen Ländern dürfte in den nächsten 15 Jahren über 5 Prozent jährlich wachsen. Diese Entwicklung führt auch dazu, dass deutsche Exporteure ihre Zukunftsaussichten im internationalen Handel optimistisch einschätzen: 70 Prozent erwarten, dass sich die globale Entwicklung positiv auf ihre eigenen Aussichten auswirken wird. Die Handelsbeziehungen deutscher Unternehmen dürften sich in Zukunft jedoch stärker geografisch diversifizieren.