Brexit: UK droht weitere Ratingabstufung

Aktuelle Meldung von Ratingagenturen dürften in London für Unruhe sorgen / Foto: © rudiernst - stock.adobe.com

Die Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) stellte den Briten weitere Ratingabstufungen in Aussicht, falls es nicht zu einem geordneten Rückzug aus der EU kommen sollte. S&P hatte das Rating für UK bereits unmittelbar nach dem Referendum um zwei Stufen auf AA gesenkt und den Ausblick auf negativ gesetzt. Damit war damit Fitch und Moody´s gefolgt, die schon vor dem Referendum UK das AAA entzogen hatten. UK leidet unter einer außerordentlich schwachen Position gegenüber dem Ausland, das Defizit der Leitungsbilanz lag zuletzt bei 4,5 % – 5 % vom BIP. Dieses Defizit besteht schon relativ lange und hat UK zu einem Nettoschuldner gemacht, das Auslandsvermögen der Briten ist mittlerweile kleiner als das UK-Vermögen des Auslands. Zudem scheint die britische Wirtschaft wenig gerüstet für einen schärferen internationalen Wettbewerb. Nach Zahlen des nationalen Statistikamtes ONS ist die Produktivität der britischen Arbeitskräfte gemessen am BIP/Arbeitsstunde  schwach: US-Amerikaner, Franzosen oder Deutsche erzielen 25 %-35 %, auch Italien erzielt in diesem Vergleich einen nennenswerten Vorsprung von rund 10 % vor UK. Ohne den Schutz des Binnenmarktes dürfte es daher für UK schwierig werden. (mk)