US-Wahl schickt Aktienmärkte in Wechselbad der Gefühle

Mattew Benkendorf

Der Wahlsieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen hat die Märkte innerhalb von zwei Tagen durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Auf die Angst, Trumps noch unklare Politik könnte einen negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben, folgte die Euphorie angesichts des möglicherweise zu erwartenden Wachstums. Grundsätzlich ist es derzeit noch zu früh, um über Auswirkungen der zukünftigen Politik zu spekulieren. Trump hat mit dem Versprechen von Steuersenkungen und Erleichterungen bei regulatorischen Themen einen typischen „Pro-Business“- Wahlkampf geführt. Verbunden mit seinen Ankündigungen, massiv in die Infrastruktur zu investieren, könnte das die Wirtschaft stimulieren, was zu einer höheren Inflation und steigenden Zinsen führen würde. Das schafft auf der Aktienseite Gewinner und Verlierer. In den vergangenen Tagen konnten Aktien aus dem Bankensektor ebenso zulegen wie zyklische Konsumaktien, während die eher defensiven Basiskonsumgüter unter Druck standen. Während die Märkte sich in den vergangenen Tagen also vor allem auf den wachstumsorientierten Teil von Trumps politischen Ankündigungen konzentriert haben, sollte man nicht vergessen, dass er andererseits Handelsabkommen wie NAFTA komplett überarbeiten möchte. Wenn er seine Pläne umsetzt, könnte das sowohl für die amerikanische als auch für die Weltwirtschaft negative Folgen haben. Und so werden die Märkte derzeit zum Teil von Skepsis und zum Teil von Optimismus geprägt. Unser Investmentansatz ist es, nach Qualitätsaktien mit gesunden Fundamentaldaten und stabilem Gewinnwachstum zu suchen. Das hilft uns im derzeitigen Umfeld, Unsicherheit und Volatilität zu überstehen.

Kolumne von Matthew Benkendorf, Chief Investment Officer Vontobel Asset Management US