Schwächt das Sommerloch die Aktienkurse?

Carsten Mumm / Foto: © Donner & Reuschel

Die Angst vor einer weiteren Eskalation des globalen Handelskrieges hat die Aktienmärkte am Montag deutlich korrigieren lassen. Wenig bewegt zeigte sich hingegen die Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe, die weiter um 0,40 Prozent p.a. notierte. Dass die Zinsen nicht weiter fielen, deutet darauf hin, dass eine allgemeine Panik bisher ausblieb. Angesicht der anstehenden Urlaubssaison dürfte sich der ein oder andere Marktteilnehmer schon einmal vorsichtiger positionieren und sich teilweise von Aktienengagements verabschiedet haben.

Trotz eines – bezogen auf den DAX – Nullergebnisses im bisherigen Jahresverlauf sind die Aussichten für die beginnende Sommerzeit derzeit nicht rosig. Aufgrund der genannten politischen Gefahren und geopolitischer Unsicherheiten sind in der deutschen Konjunktur bereits erste Bremsspuren erkennbar – ablesbar an den enttäuschenden ZEW-Konjunkturerwartungen in der letzten Woche. Daran wird auch die weiterhin sehr expansive Ausrichtung der EZB nichts ändern. Möglicherweise werden Vertreter der Notenbanken auf dem EZB-Forum im portugiesischen Sintra in dieser Woche noch einige Details folgen lassen. Der grundsätzliche Kurs für die kommenden Monate ist aber klar abgesteckt. Es ist damit gut möglich, dass das viel zitierte Sommerloch wie oftmals eher schwächere Aktienkurse mit sich bringt.

Marktkommentar von Carsten Mumm,
Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel