Helvetia voll auf Kurs

31.08.2015

Die Schweizer Helvetia Gruppe kommt mit der Integration erworbener Versicherer und deren Marken nach eigenen Angaben gut voran. Trotz schwierigem Marktumfeld laufen die Geschäfte.

2015-09-01 (fw/db) Die Schweizer Helvetia Versicherungen meldet für das erste Halbjahr 2015 eine starke Geschäftsentwicklung, die maßgeblich durch die erfolgreichen Akquisitionen von Nationale Suisse und Basler Österreich im Vorjahr geprägt wurde.

„Insgesamt blickt Helvetia auf ein ebenso intensives wie erfolgreiches erstes Halbjahr 2015 zurück. Die Integration der neuen Unternehmensteile kommt sehr gut voran. Mit den erreichten Resultaten sind wir finanziell und strategisch voll auf Kurs“, sagt Stefan Loacker, CEO der Helvetia Gruppe.

Kräftiger Gewinnanstieg dank besserer Technik und Zukäufen

Die Versicherungsgruppe erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2015 ein Ergebnis aus Geschäftstätigkeit von 220.9 Millionen Schweizer Franken nach Steuern. Dies entspricht einem Plus von 12.2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das temporär maßgeblich von buchhalterischen Akquisitionseffekten beeinflusste IFRS-Ergebnis belief sank im Vergleich zur Periode des Vorjahres von 196,9 auf 161.8 Millionen Schweizer Franken.

Insbesondere das Nicht-Lebensgeschäft trug mit einem Gewinnanstieg von 45.6 Prozent zur Ergebnissteigerung bei. Dank einem besseren versicherungstechnischen Verlauf und dem akquisitionsbedingt höheren Volumen konnte ein Gewinn aus Geschäftstätigkeit von 158.2 Millionen Schweizer Franken erwirtschaftet werden. Die Combined Ratio verbesserte sich bedingt durch einen tiefen Schaden- und einen stabilen Kostensatz auf 92.4 Prozent (Vorjahr: 94.0 Prozent). Damit wurde versicherungstechnisch der beste Wert der letzten fünf Jahre erzielt. Alle Ländermärkte erreichten zudem eine Combined Ratio unter 100 Prozent.

Im Geschäftsbereich Leben wurde das Ergebnis aus Geschäftstätigkeit in einem schwierigen Anlageumfeld um 18 Prozent auf 84.9 Millionen Schweizer Franken gesteigert. Neben einem stabilen Risikoergebnis resultiert die Verbesserung hauptsächlich aus den im Vorjahresvergleich geringer ausfallenden Aufwendungen für zinsbedingte Nachreservierungen.

Einzig das Ergebnis des Bereichs Übrige Tätigkeiten fiel mit einem Minus von 22.2 Millionen Schweizer Franken unter den Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf das tiefere Ergebnis der Gruppenrückversicherung sowie akquisitionsbedingte Zusatzeffekte zurückzuführen.

Nach Segmenten stammte der größte Ergebnisbeitrag einmal mehr aus dem Heimmarkt Schweiz, wo der Gewinn um 45.8 Prozent auf 169.1 Millionen Schweizer Franken anstieg. Aber auch die Marktbereiche Europa (53.6 Millionen Schweizer Franken, +4.8 Prozent) und Specialty Markets (20.1 Millionen Schweizer Franken, +46.0 Prozent) konnten deutlich zulegen.

Dynamisches Wachstum getrieben von Akquisitionen

Im ersten Halbjahr 2015 verzeichnete Helvetia als Folge der Übernahmen einen Anstieg des Geschäftsvolumens in Originalwährung um 15.1 Prozent auf 5.293.6 Millionen Schweizer Franken. Kräftige Wachstumsimpulse setzte das lukrative Nicht-Lebensgeschäft, das in Originalwährung um rund 50 Prozent zulegte. Das Geschäftsvolumen in der Lebensversicherung lag aufgrund der Drosselung des traditionellen Geschäfts in Originalwährung um 3.4 Prozent unter dem Vorjahreswert, entwickelte sich bei den anlagegebundenen Produkten jedoch positiv.

Geographisch betrachtet erzielte Helvetia im Marktbereich Schweiz mit +15.3 Prozent den größten Zuwachs. Auch der Marktbereich Europa konnte in Originalwährung um 9.7 Prozent zulegen; in CHF ausgedrückt sank das Geschäftsvolumen dagegen um 5.9 Prozent als Folge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Im Marktbereich Specialty Markets generierte Helvetia mit einem Wachstum von +36.7 Prozent in Originalwährung im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein signifikant höheres Volumen. Dieses war maßgeblich getrieben durch die Erstkonsolidierung des Portfolios von Nationale Suisse.

Kapitalanlagen von Niedrigzinsen und Währungseffekten beeinflusst

Das Ergebnis aus Finanzanlagen und Liegenschaften der Gruppe betrug 521.7 Millionen Schweizer Franken und blieb, bedingt durch die negative Wechselkursentwicklung, unter dem Vorjahr mit 582.1 Millionen Schweizer Franken. Die direkten Erträge gingen von 503,2 auf 510.1 Millionen Schweizer Franken zurück. Die direkte Rendite nahm um etwa 40 Basispunkte auf annualisierte 2.3 Prozent ab. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die extrem tiefen Renditen auf Neu- und Wiederanlagen in festverzinsliche Wertpapiere zurückzuführen.

Solide Kapitalausstattung

Helvetia verfügt weiterhin über eine solide Kapitalposition mit einer Solvenz-I-Quote von 200 Prozent per 30. Juni 2015 und einer SST-Quote in der Bandbreite von 150 bis 200 Prozent per Jahresende 2014. Allerdings ging das Eigenkapital 4.963.1 Millionen Schweizer Franken per Ende 2014 auf 4.391.4 Millionen Schweizer Franken zurück. Hauptgründe hierfür waren im Vorjahresvergleich geringere nicht realisierte Gewinne und Verluste, Währungseffekte bei der Umrechnung des Eigenkapitals der europäischen Markteinheiten sowie die Veränderung der Vorsorgeverpflichtungen in der Schweiz. Die annualisierte Eigenkapitalrendite auf Basis des Halbjahresergebnisses aus Geschäftstätigkeit betrug 8.6 Prozent.

Integration voll auf Kurs

Helvetia verbuchte im ersten Halbjahr 2015 wichtige Erfolge in der Integration von Nationale Suisse und Basler Österreich: Die gemeinsame Führungsorganisation ist in allen Markteinheiten etabliert. Im zweiten Quartal hat Helvetia die rechtliche und finanzielle Übernahme von Nationale Suisse abgeschlossen, die operativen Rechtseinheiten in der Schweiz sind fusioniert. In Österreich hat die Fusion von Helvetia und der Basler im August 2015 stattgefunden. Seit 1. Mai 2015 ist in der Schweiz die integrierte Produktepalette mit attraktiven Versicherungs- und Vorsorgelösungen unter der Marke Helvetia eingeführt.

Der gemeinsame Verkaufsstart unter einer Marke ist auch in Deutschland und Österreich bereits umgesetzt. Italien und Spanien werden ab der zweiten Jahreshälfte gestaffelt folgen. Die rechtlichen Fusionen in diesen beiden Markteinheiten und in Deutschland sind bis Ende 2016 vorgesehen. Aufgrund von Personal- und Sachkosteneinsparungen wurden bereits erste Synergien in Höhe von 15 Millionen Schweizer Franken realisiert, womit mehr als die Hälfte des Synergieziels für 2015 erreicht ist. Insgesamt ist die Integration damit, nach Angaben der Unternehmensleitung, voll auf Kurs.

Dietmar Braun