Japans Aktienumfeld braucht Erfolg der Abenomics-Geldpolitik

René Nicolodi

Im bisherigen Jahresverlauf schnitten japanische Aktien im globalen Vergleich schlecht ab. Neben diversen Sorgen um die Weltwirtschaft, unter anderem wegen des fallenden Ölpreises, war die Aufwertung des Yens gegenüber Euro und US-Dollar ein entscheidender Faktor. Obwohl die Bank of Japan negative Zinsen einführte, tendierte der Yen weiter aufwärts.

“Zwar konnte sich der Nikkei 225-Index vom Jahrestief im Februar erholen, doch der japanische Markt ist in 2016 von Volatilität gekennzeichnet. Momentan halten wir die relative Bewertung von japanischen Aktien für attraktiv und gemessen am erwarteten Kursbuchverhältnis sowie im globalen und historischen Fünf-Jahresvergleich für interessant”, sagt René Nicolodi, Head of Equities & Themes bei Swisscanto Invest, dem Asset Management der Zürcher Kantonalbank. Konstruktives Umfeld Zur aktuellen wirtschaftlichen Situation im Land der aufgehenden Sonne meint Nicolodi: “Unserer Ansicht nach wird sich der leichte Erholungstrend der Wirtschaft Japans fortsetzen. Es besteht weiterhin ein positiver Rückkopplungseffekt durch das Abklingen der Deflationstendenz seit 2012. Zwar bleiben die Inflationserwartungen trotz der monetären Bemühungen hinter dem angestrebten Ziel von 2 %. Wir gehen davon aus, dass die Bank of Japan nach den eingeführten Negativzinsen entsprechend weitere Maßnahmen ins Auge fasst. Zudem wäre es wünschenswert, dass die Erstarkung des Yens nicht zu sehr fortschreitet, um die Gewinne japanischer Unternehmen nicht zu beschneiden.” Das Umfeld für japanische Aktien hält Nicolodi für konstruktiv: “Auch steigende Immobilienpreise und Löhne sowie eine daraus resultierende bessere Konsumentenstimmung sind positive Nachrichten. Der wichtigste Faktor für das japanische Aktienumfeld ist generell das Vertrauen in den Erfolg der Abenomics-Geldpolitik. Positive Aktienkursentwicklungen sind davon abhängig.” Die japanische Regierung macht beispielsweise kontinuierliche Fortschritte in der Deregulation und immer mehr Investitionen fließen in Bereiche wie Gesundheitspflege, Sozialfürsorge und Landwirtschaft. Die Auswirkungen dieser Entwicklung werden in Zukunft immer deutlicher erkennbar werden. Small & Mid Caps als interessante Beimischung Für Investoren, die das angesprochene Vertrauen in die Abenomics-Geldpolitik haben, stellen Small & Mid Caps eine interessante Beimischung im Portfolio dar. “Mit dem Swisscanto (LU) Equity Fund Small & Mid Caps Japan EUR erhalten Anleger die Möglichkeit, gut diversifiziert in vorwiegend kleine und mittelgroße Unternehmen zu investieren. Die EUR B-Tranche des Fonds erzielte seit der Auflage im Juli 2011 eine Rendite von 12,88 % jährlich (Stand Ultimo April 2016) und profitierte insbesondere von den starken Aktienjahren 2013 bis 2015. Doch auch die im März 2001 lancierte JPY-Tranche zeigt mit einem durchschnittlichen Wertzuwachs von 7,35 % pro Jahr, dass japanische Small & Mid Caps einen langfristig attraktiven Baustein im Depot darstellen. Zwar sind Vergangenheitswerte keine Aussage für die Zukunft, jedoch ein Beleg, dass diese Anlageklasse über die vergangenen 15 Jahre – mit deutlichen Schwankungen innerhalb der globalen Aktienmärkte – eine überzeugende Rendite liefern konnte“, so Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland bei Swisscanto Asset Management International SA.

Autor: René Nicolodi, Head of Equities & Themes bei Swisscanto Invest, dem Asset Management der Zürcher Kantonalbank