Erleichterung an den Börsen

Michael Beck, Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger

Als letzten Freitag viele Bankaktienkurse im Sinkflug waren und den Gesamtmarkt mit sich zogen, befürchteten einige Marktteilnehmer bereits eine neue Finanzkrise am Horizont aufziehen. Erst die Meldung, dass eine Einigung im Rechtsstreit zwischen der Deutschen Bank und den US-Behörden zu einer Geldstrafe führen könnte, die sich im Rahmen der bilanziellen Rückstellungen für solche Fälle bewegt, stoppte die Talfahrt an den Börsen. Selbst das in der Geschichte beispiellose Bashing eines amtierenden Bundeswirtschaftsministers konnte die Erholung nicht verhindern. Inzwischen erkennen viele Marktteilnehmer auch, dass viele Banken in Deutschland und Europa besser dastehen als in der Finanzkrise 2008. Vor diesem Hintergrund können sich die jüngst starken Wirtschaftsdaten, wie der deutlich verbesserte ifo-Geschäftsklimaindex, positiv auf die Marktentwicklung auswirken.

Anders beim Pfund: Nachdem nun für das erste Quartal 2017 der Austrittsantrag angekündigt wurde, zeigt die Devisenwelt, was sie davon hält. Das britische Pfund verliert Tag für Tag an Wert und die dadurch entstehenden Vorteile für die britischen Exportwerte werden durch die Befürchtungen wirtschaftlicher Nachteile durch den Brexit überkompensiert. In der Summe bleibt festzuhalten, Wirtschaft und Börsen erholen sich, das politische Umfeld (Gleichstand US-Präsidentenwahl, Italien-Referendum, Spanien, Brexit) trübt sich weiter ein. Den Finanzmärkten steht ein spannendes viertes Quartal bevor.

Marktkommentar von Michael Beck, Leiter Asset Management Ellwanger & Geiger

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