Enormes Potenzial für türkische Anlagen

Jean-Jacques Durand / Foto: © Edmond de Rothschild Fund Emerging Bond

Die kommenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der Türkei könnten sich als größere Herausforderung für Präsident Erdogan erweisen als vorab angenommen. Da jüngste Meinungsumfragen einen Rückgang seines Vorsprungs andeuten, könnte Erdogans Bestreben, seine Macht in einer stärkeren exekutiven Präsidentschaft weiter zu festigen, zu einer unsicheren politischen Lage führen.

Im Hinblick auf die deutliche Abwertung der türkischen Lira, die anhaltende Inflation und eine fortlaufende Verlangsamung der von Krediten gestützten türkischen Wirtschaft, sind die Perspektiven einer schwächeren Regierungskoalition oder sogar eines Sieges der Opposition nicht in allzu weiter Ferne.

Zwar könnte diese Unsicherheit zu kurzfristiger Volatilität an den Märkten führen, durchaus aber auch den Weg zu besseren langfristigen Aussichten ebnen. Seit dem gescheiterten Putschversuch im Sommer 2016 beeinflussen ein hoher politischer Rabatt und Volatilität türkische Anleihen. Dieser Abschlag ist direkt mit den autokratischen und interventionistischen Zügen des Präsidenten in seinen innen- sowie außenpolitischen Äußerungen verbunden.

Jedes Signal, das auf eine mögliche Schwächung der Vormachtstellung der Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) und ihres Vorsitzenden Erdogan hindeuten könnte, wäre positiv für die Zukunft des Landes. Abgesehen von einigen bekannten Schwächen verfügen Wirtschaft und Gesellschaft der Türkei über viele Stärken und ein enormes Potenzial. Angesichts der aktuell sehr attraktiven Bewertungen könnten sich türkische Anleihen als eines der besten Anlagethemen der nahen Zukunft erweisen.

Kommentar von Jean-Jacques Durand,
Schwellenländerexperte bei Edmond de Rothschild Asset Management und Manager des Edmond de Rothschild Fund Emerging Bonds