Digitalisierung erfordert neue Wege der Finanzierung

Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf / Foto: © creditshelf

Kennzahlen aus der Produktion gewinnen bei Unternehmen des industriellen Mittelstandes eine immer höhere Bedeutung als Grundlage für Finanzierungsentscheidung. Das macht eine Studie des digitalen Mittelstandsfinanzierers creditshelf deutlich.

In Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt hat creditshelf zum zweiten Mal die Studie „Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0“ durchgeführt und dafür fast 250 Vorstände und Geschäftsführer befragt. Von diesen gaben 61 % an, bereits heute Kennzahlen aus der Produktion als Grundlage für Finanzierungsentscheidungen zu nutzen. Bei der letztjährigen Umfrage gaben dies nur 47 % der Befragten an.

“Wie unsere Studie zeigt, weicht mit der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft auch die Trennlinie zwischen Produktion und Finanzierung in vielen Unternehmen des industriellen Mittelstands immer stärker auf”, erläutert Dr. Daniel Bartsch, Vorstand und Gründungspartner von creditshelf. “Erstmals nutzt nun mehr als die Hälfte aller Unternehmen Kennzahlen wie Verbrauchswerte, Durchlaufzeiten oder Ausschussquoten auch für Finanzierungsentscheidungen. Neben Industrie 4.0 steht also auch das Thema Finanzierung 4.0 derzeit bei vielen Mittelständlern ganz oben auf der Agenda”, so Bartsch weiter.

Dass dies so ist, zeigt auch die Tatsache, dass die Nutzung von Produktionsdaten für Finanzierungsentscheidungen in Zukunft wohl flächendeckend sein wird: So gaben neben den 61 %, die solche Daten bereits heute nutzen, weitere 32 % an, dass sie ein solches System aufbauen wollen. Lediglich 7 % der Befragten haben sich mit dem Thema bislang noch nicht beschäftigt.

„Traditionell richten sich die Kreditkonditionen eines Unternehmens nach historischen Finanzkennzahlen sowie vorhandenen Sicherheiten. Wird nun auch auf Echtzeit-Daten aus der Produktion zurückgegriffen, bekommen Investitions- und damit verbundene Kreditentscheidungen eine viel höhere Qualität, die zu besseren Konditionen und flexibleren Laufzeiten führen dürfte“, skizziert Prof. Dr. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat, die Zukunft der Mittelstandsfinanzierung.

Diese Meinung wird von einer großen Mehrheit der Mittelständer geteilt und deshalb eine stärkere Verwendung solcher Daten unterstützt. So gaben 90 % der Befragten an, dass für sie ein Finanzierungsmodell attraktiv wäre, bei dem sich die Kreditkonditionen eben nicht vorrangig von Vergangenheitsdaten und Sicherheiten ableiten, sondern von Daten, welche die Performance einer Investition belegen und jederzeit überprüfbar machen. Bereits im Vorjahr wurde diese Meinung von 88 % der Befragten ausgesprochen.

„Der Trend zur Industrie 4.0 verlangt dem Mittelstand große Investitionsvolumina ab. Banken zögern jedoch häufig bei der Finanzierung von Zukunftstechnologien oder digitalen Geschäftsmodellen. Neben der klassischen Kreditvergabe sollten die Unternehmen daher auch neue, alternative Finanzierungswege in den Blick nehmen“, rät creditshelf-Vorstand Bartsch. (ahu)

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