Blasengebabbel!

Peter E. Huber / Foto: © StarCapital AG

Seit einiger Zeit warnen zahlreiche Kapitalmarktexperten vor einer Blase an den Aktienmärkten, die zu platzen droht. StarCapital hingegen hält die allgegenwärtige Angst vor einer scharfen Börsenkorrektur für überzogen. Der Vermögensverwalter aus Oberursel erklärt im aktuellen Marktausblick der StarInvest, warum einige Anleger durch ihr Zögern bereits hervorragende Chancen verpasst haben.

Zurzeit herrscht eine große Verunsicherung an den Kapitalmärkten, die durch immer wiederkehrende Meldungen verstärkt wird: Die Zinsen seien historisch niedrig, die Bewertungen nach gängiger Meinung viel zu hoch und die Notenbanken haben mit ihrer ultralockeren Geldpolitik die Aktien- und Anleihenmärkte aufgepumpt – für zahlreiche Experten ein Umfeld, wie geschaffen für einen Absturz. Doch Prognosen über die Stabilität der bestehenden Aufwärtstrends sind laut StarCapital wertlos. Eine Börsenkorrektur ist jederzeit möglich und gehört zum Wesen der Märkte – der genaue Eintrittszeitpunkt kann aber unmöglich vorhergesagt werden.

Oft werden Bewertungsfaktoren als Grund für eine anstehende Börsenkorrektur genannt, und es wird auch häufig auf das aktuelle Rekordniveau des deutschen Aktienindex hingewiesen. Allerdings eignet sich dieser Performanceindex laut StarCapital überhaupt nicht zur Wertbestimmung, da alle historischen Dividendenzahlungen mit einberechnet werden. Betrachtet man den Kurs-DAX hingegen, liegt dieser noch immer unter dem Stand aus dem Jahr 2000, obwohl die deutschen Unternehmen in den letzten 17 Jahren massiv an Ertragskraft gewonnen haben. Auch mit Blick auf das historisch tiefe Zinsniveau erscheinen europäische Aktien mit einer Dividendenrendite von 3,4% (gemessen am EuroStoxx50) alles andere als überbewertet.

Der risikoaverse Anleger, der sich vom ständigen Blasengebabbel beeinflussen ließ und nicht in Aktien investierte, hat bereits erhebliche Gewinne verpasst. Zum Beispiel hat der auch auf Aktien setzende Vermögensfonds „Huber Strategy 1″ allein in den letzten zwei Jahren 30 Prozent Wertzuwachs erreicht.

Nichtsdestoweniger ist aktuell der Zeitpunkt zum Kauf von Aktien nicht unbedingt optimal, da man schon vor einigen Jahren Aktien günstig hätte kaufen müssen, beispielsweise Anfang 2009. Antizyklisches Investieren ist der Schlüssel zum Erfolg – und Aktien sollten am preisgünstigsten in einer Rezession gekauft werden. Darauf muss man aber wahrscheinlich lange warten.

Marktkommentar von Peter E. Huber, Vorstand StarCapital AG