Versicherer begrüßen Kommissionsstrategie
26.03.2025

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer der GDV / Foto: © GDV
Die EU-Kommission hat heute ihre Strategie für eine sogenannte EU Preparedness Union vorgestellt, einen umfassenden Fahrplan, um Europa krisenfester zu machen. So sollen die Mitgliedstaaten besser auf künftige Krisen, wie Pandemien, Sicherheit, Cyberangriffe und Naturkatastrophen vorbereitet sein. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßt diesen Schritt ausdrücklich und fordert auch in Deutschland wirksame Maßnahmen, um das Land krisenfest aufzustellen.
„Die Strategie kommt zur richtigen Zeit”, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. "Wachsende Risiken erfordern klare Antworten. Wir brauchen mehr Vorsorge, um Europas Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“ Künftige Bedrohungen wie Pandemien, Cyberangriffe, geopolitische Spannungen oder Naturkatastrophen müssen systematisch angegangen werden. „Wer Europas Freiheit, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit sichern will, muss jetzt in Resilienz investieren“, so Asmussen.
Aus Sicht des GDV ist es gut, dass die EU ihre Strategie mit konkreten Maßnahmen und finanziellen Mitteln unterlegt. Dazu zählen unter anderem Mindeststandards für kritische gesellschaftliche Funktionen wie Gesundheitswesen, Verkehr oder Kommunikation sowie Investitionen in sogenannte dual-use-Technologien. Entscheidend ist jetzt ein starker Schulterschluss von Politik und Wirtschaft. Versicherer bringen dabei ihre langjährige Expertise ein – von der Risikobewertung über Prävention bis zum Wiederaufbau nach Katastrophen. Dass die Kommission Versicherungen ausdrücklich als Teil der gesellschaftlichen Vorsorge nennt, unterstreicht diese Rolle zusätzlich.
Cyber: Der Schutz der Wirtschaft ist Voraussetzung für Stabilität
Besonderen Nachholbedarf sieht der GDV im Bereich Cyberrisiken. „Zwei Drittel der 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland sind so schlecht gegen Cyberangriffe geschützt, dass sie kaum versicherbar sind. Das birgt ganz konkrete Risiken für Lieferketten und ganze Branchen. Wir müssen gemeinsam mit der Politik neue Wege finden, um die drohenden Schäden abzufedern”, so Asmussen. Der Schutz der Wirtschaft gegen Cyberangriffe ist eine zentrale Voraussetzung für Wachstum, Stabilität und Zukunftsfähigkeit. Gerade angesichts der steigenden Zahl an Cyberangriffen nicht zuletzt aus Russland, muss die nächste Bundesregierung hier dringend wirksame Konzepte vorlegen. Dass die Kommission eine öffentlich-private Taskforce plant und Notfallprotokolle mit Unternehmen etablieren will, ist ein richtiger Schritt.

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