Debeka fordert Reformen der Pflegeversicherung
24.03.2025

Foto: Debeka-CEO Thomas Brahm. Foto: © Debeka
Die Debeka sieht nicht nur aufgrund zunehmend größerer finanzieller Probleme der Pflegeversicherung der gesetzlichen Krankenkassen dringenden Handlungsbedarf. Sie fordert eine nachhaltige Reform des Systems und bezieht sich dabei unter anderem auf eine von ihr in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. Diese zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen große Zweifel daran hat, dass die gesetzliche Pflegeversicherung eine ausreichende Absicherung im Pflegefall bietet.
Laut Umfrage sind 88,6 Prozent der Bevölkerung der Ansicht, dass die gesetzlichen Pflegeleistungen die zusätzlich entstehenden Kosten nicht abdecken können. Das teilt der Vorstandsvorsitzende Thomas Brahm anlässlich der Vorstellung der Jahresergebnisse der Debeka mit und sieht in den Ergebnissen auch die entsprechende Bestätigung der Bevölkerung. Brahm erklärt dazu: „Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen für eine kapitalgedeckte Pflegevorsorge, damit sich die Bürger rechtzeitig zusätzlich absichern können und damit eine Überlastung der Pflegeversicherung der GKV langfristig verhindert werden kann. Durch die private, ergänzende Eigenvorsorge – die Demographie-feste Elemente beinhaltet – können wir ausufernden Beiträgen in der sozialen Pflegeversicherung langfristig entgegenwirken.“
Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen zieht die Debeka-Gruppe eine positive Leistungsbilanz zugunsten ihrer Versicherten. Angesichts steigender Mitglieder- und Mitarbeitendenzahlen, wachsender Einnahmen und einer stabilen Position im Markt zeigt sich die Debeka zufrieden.
Pflegefinanzierung am Limit – steigende Eigenanteile belasten Bürger
Die aktuelle Debeka-Umfrage zeigt, dass die Sorge um eine finanzierbare Pflege in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Besonders alarmierend: Rund 3.000 Euro müssen Pflegeheimbewohner in Deutschland im Durchschnitt monatlich aus eigener Tasche zahlen – zusätzlich zu den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. „Diese Zahlen sollten uns wachrütteln! Die gesetzliche Pflegeversicherung gerät zunehmend in eine finanzielle Schieflage, und die Bürger müssen die immer größer werdenden Lücken selbst schließen. Das ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine soziale Herausforderung“, betont Brahm.
Während Experten betonen, dass eine Insolvenz der Pflegeversicherung durch Beitragserhöhungen abgewendet werden kann, sieht die Debeka langfristig keine nachhaltige Lösung in einer reinen Umlagefinanzierung. „Wir brauchen dringend eine stabile Finanzierung, die nicht nur die jetzige Generation belastet, sondern auch zukünftige Generationen schützt“, so Brahm weiter.
Mangelnde Eigenvorsorge: Viele Menschen unterschätzen ihre Pflegekosten
Die Umfrage offenbart zudem erhebliche Wissenslücken in der Bevölkerung. Während die meisten Menschen die Rentenlücke als Problem erkennen, ist das Bewusstsein für die Versorgungslücke in der Pflege noch deutlich geringer. Laut der Civey-Umfrage geben 88,9 Prozent der Befragten an, dass sie die staatlich geförderte Pflege-Zusatzversicherung, bekannt als „Pflege-Bahr“, nicht kennen. Gleichzeitig überschätzen viele Bürger die Kosten für eine private Pflege-Zusatzversicherung. Eine Erhebung des Instituts Allensbach zeigt, dass Menschen im Schnitt von 235 Euro monatlich für eine Pflegezusatzversicherung ausgehen – tatsächlich ist eine vollständige Absicherung der Pflegekosten für beispielsweise 35-jährige schon für unter 40 Euro monatlich möglich. “Bei unserer Civey-Umfrage ließ sich feststellen, dass auch bereits jeder vierte Befragte bereit wäre, mehr als 20 Euro für eine entsprechende monatliche Absicherung zu investieren”, so Brahm. Das sei ein Anfang.
Besonders junge Menschen unterschätzen das Pflegerisiko: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen gibt keiner der Befragten an, dass ihm eine entsprechende Absicherung wichtig sei. „Das zeigt, dass wir viel mehr Aufklärung über die Notwendigkeit der privaten Pflegevorsorge leisten müssen“, sagt Brahm.

Wachstum im Versicherungsmarkt für Transaktionsrisiken
