„Einzigartigkeit als Unternehmensstrategie“

Thomas Oliver Müller, Vorstandsvorsitzender Deutsche Finance Group / Foto: © Deutsche Finance

Die Deutsche Finance Group ist ein internationaler Finanzkonzern und spezialisiert auf institutionelle Private Market Investments in den Assetklassen Immobilien, Private Equity Real Estate und Infrastruktur. Im Dezember 2018 überschreitet die Deutsche Finance Group die zwei Milliarden Euro Assets under Management und gibt gleichzeitig das beste Jahr seit Bestehen im Privatkundengeschäft bekannt. Im Gespräch mit finanzwelt spricht Thomas Oliver Müller, der CEO der Deutsche Finance Group, über den Erfolg und die Strategie des Unternehmens.

finanzwelt: Herr Müller, die Deutsche Finance Group hatte 2007 mit einem Fonds für Privatanleger ihren Markteintritt. Seitdem ist mit Sicherheit viel passiert, was macht den Erfolg der Deutsche Finance Group aus?

Thomas Oliver Müller: Die Frage hat etwas Historisches und ist nicht in ein paar Sätzen zu beantworten. Aber die Basis des Erfolges bilden mit Sicherheit die Menschen innerhalb der Deutsche Finance Group und die damit verbundene Kultur. Darauf aufbauend die Unternehmensstruktur- und Strategie und der Aspekt, dass wir uns als erfolgreiche Unternehmensplattform und nicht als Unternehmen im klassischen Sinne sehen.

finanzwelt: Herr Müller, die Antwort gibt Potenzial für weitere Fragen – würden Sie das bitte ausführlicher erläutern?

Müller: Wir vereinen im Konzern alle wesentlichen Geschäftsbereiche wie Markt Research, Strategieberatung, Anlageberatung, Anlagevermittlung, Produktkonzeption, Asset Management, Fund Management, Vertriebskoordination, Anlegerverwaltung und Marketing. Diese Bereiche beinhalten unterschiedliche Faktoren und Bedürfnisse und setzen ein hohes Maß an Verständnis von Strukturierungen, Schnittstellen und Synergien voraus. Wichtig dabei ist die Fähigkeit, alle Bereiche ständig aufeinander abzustimmen. Darüber hinaus bieten wir unsere Leistungen unterschiedlichen Zielgruppen an wie Privatanlegern, professionellen Anlegern und institutionellen Investoren. Wir sind aktuell in 39 Ländern mit unterschiedlichen Wertsteigerungs- und Investmentstrategien investiert. Die Voraussetzung, um daraus eine erfolgreiche Kultur, Struktur und Strategie zu schaffen, sind herausragende Persönlichkeiten mit Fach-, Persönlichkeits- und Sozialkompetenz. Die Deutsche Finance Group wird von Personen geführt – Vorstand und Geschäftsführung – die mit Sicherheit auch mit eigenen Unternehmen erfolgreich wären. Mein Partner und Vorstandskollege Dr. Sven Neubauer trifft es mit der Aussage ‚Wir sind eine Plattform für ehrgeizige Unternehmer‘ auf den Punkt. Dies spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass alle Vorstände und Geschäftsführer am Konzern beteiligt sind und somit gemeinsam an einem Ziel arbeiten – dem Erfolg der Deutsche Finance Group. Hervorzuheben ist, dass auch viele Gesellschafter bereits seit über 20 Jahren zusammenarbeiten. Das ist eine sehr lange Zeit, speziell in unserer von ständiger Veränderung geprägten Finanzbranche. Das Gegenteil von Veränderung ist Stabilität, die sich in Loyalität wiederfindet. Ein Faktor, der in einem Unternehmen von großer Bedeutung ist, denn nur wer Loyalität in sich trägt, kann sie auch nach außen tragen. Aber ich möchte jetzt nicht zu philosophisch werden.

finanzwelt: Herr Müller, dann geben Sie uns bitte noch weitere Details zur Unternehmensstrategie der Deutsche Finance Group.

Müller: Die Unternehmensstrategie der Deutsche Finance Group basiert auf einer effektiven Differenzierung und Einzigartigkeit, um eine dauerhafte, starke Marktposition zu generieren. Dabei orientieren wir uns nicht an vergleichbaren Marktteilnehmern oder Wettbewerbern. Die Positionierung bestimmt nicht nur unsere Aktivitäten, die wir ausführen, sondern auch wie wir diese Tätigkeiten miteinander verbinden und in welcher Beziehung sie im Konzern zueinander-stehen sollen, um einen hohen Effizienzgrad zu erreichen. Unsere Geschäftsbereiche im Konzern zu vereinen, ist unsere ‚All in one-Strategie‘, diese schafft die Basis für Synergien, Kompetenzen und schnelle strategische Entscheidungen, um Anpassungen an zukünftige Marktveränderungen vorzunehmen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde im Bereich Unternehmensstrategie die Notwendigkeit gelehrt, sich auf eine eindeutige vergleichbare Marktposition festzulegen – einst Kernstück jeder Geschäftsstrategie – heute ist diese Lehre etwas in die Jahre gekommen und wird mit Hinweis auf die dynamischen Märkte und den technischen Fortschritt oft als zu statisch abgelehnt. Der neuen Managementlehre zufolge können Mitbewerber jede Marktposition schnell kopieren, und jeder Wettbewerbsvorteil kann daher allenfalls für eine kurze Zeit gehalten werden. Die Deutsche Finance Group verfolgt seit ihrer Gründung nicht die Strategie der ‚Vergleichbarkeit‘, sondern grundsätzlich die der ‚Einzigartigkeit‘.

Was unter der Strategie der Vergleichbarkeit und der Einzigartigkeit zu verstehen ist und wie das Privatkundengeschäft im vergangenen Jahr lief, erfahren Sie auf Seite 2