Wachstum bedarf Anstrengungen

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Wolfgang Dippold

Die PROJECT Investment Gruppe ist einer der ersten Initiatoren, die mit KAGB-regulierten Fonds auf dem Markt unterwegs ist. Gleichzeitig forcieren die Bamberger das institutionelle Geschäft.

Darüber und über den personellen Ausbau befragte finanzwelt im Interview Wolfgang Dippold, geschäftsführender Gesellschafter der PROJECT Investment Gruppe, und Juliane Mann, Vorstand Vertrieb und Personal der PROJECT PI Immobilien AG.


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 Innerhalb der ersten acht Monate des Jahres haben Sie weit mehr als 100 Millionen Euro Eigenkapital von privaten, semi-professionellen und institutionellen Investoren eingesammelt. Das beste Ergebnis in Ihrer Unternehmenshistorie. Welche Faktoren sind für diese Wachstumsstory ausschlaggebend?

Dippold: Dieser Erfolg ist ein langanhaltender Prozess in unserem Unternehmen und von vielen Faktoren abhängig. Den wichtigsten Faktor sehe ich im Engagement, in konstanter Leistung sowie Begeisterung und Überzeugung unserer Mitarbeiter und Partner. Ein Unternehmen ist nichts anderes als die Summe der Menschen, die dort oder mit ihm zusammenarbeiten. Wir sind sehr dankbar, dass wir im Bereich des Publikumsvertriebes seit Jahren ein engagiertes Serviceteam, erfahrene Betreuer vor Ort, vor allem aber professionelle und loyale Vertriebspartner haben. Nur so konnte unser Unternehmen über die ganze Zeit allen Herausforderungen des Marktes zum Trotz stabil und konstant den Umsatz steigern. Im institutionellen Bereich haben wir ebenso die richtigen Kollegen gewinnen können, und natürlich spielt der Track Record, die Leistung unseres Assetmanagers sowie die unseres Fonds-, Risiko- und Liquiditätsmanagements eine ebenso große Rolle. Konstant gute Ergebnisse überzeugen.

finanzwelt: Wir erwähnten gerade die verschiedenen Zielgruppen der privaten und institutionellen Investoren. Wie unterscheiden sich diese in Ihrer jeweiligen Erwartungshaltung?

Dippold: Im Grundsatz ist die Erwartungshaltung gleich: Alle unsere Investoren suchen attraktive Gewinne bei möglichst hoher Stabilität. Sie wollen keine überhöhten Versprechen, sondern einen verlässlichen Partner. Der Unterschied liegt im Detail. Institutionelle Investoren haben sehr hohe Anforderungen an das Risikomanagement und Reporting. Sie erwarten einen offenen, transparenten, sehr detaillierten und schnellen Informationsfluss. Und sie legen mehr Wert auf Researchdaten und einzelne Maßnahmen unseres Assetmanagers als private Kunden.

finanzwelt: Seit einigen Wochen ist Ihr Publikumsfonds „PROJECT Wohnen 14″ im Vertrieb. Stößt dieses neue Angebot auf große Resonanz, zumal es von mehreren unabhängigen Spezialisten als „sehr gut” eingestuft wurde?

Dippold: Aktuell sehen wir zwei Aspekte: Einmal die positive Resonanz unserer bestehenden Partner, zum anderen das hohe Interesse neuer Partner. Langjährige Partner unseres Hauses respektieren unseren klaren und früh auf regulierte Produkte ausgerichteten Weg sowie unseren Track Record. Für sie ist der PROJECT Fonds 14 die Bestätigung, dass unser Haus in dieser Marktphase der Veränderungen konsequent seinen Weg geht und Grundsätze wie unser Eigenkapitalprinzip und die Konzentration auf Wohnimmobilien in unseren Metropolregionen fest verankert hat. Besonders positiv kommt an, dass unser Haus trotz erhöhter eigener Kosten die Gebühren für Investoren gesenkt hat. Daneben stellen wir ein hohes Interesse von Profis am Markt fest, die bisher mit unserem Haus nicht zusammengearbeitet haben. So konnten wir in den letzten Wochen viele neue Vereinbarungen schließen. Interessant ist, dass man sich wohl aufgrund der Zulassung nach dem KAGB näher mit unserem Haus beschäftigt und dann feststellt, dass die Anlagestrategie sehr überzeugend ist. Die kürzere Laufzeit von 8 Jahren wird in diesem Kreis stark honoriert.

finanzwelt: Der „Fünf Metropolen” ist der dritte nach dem neuen Kapitalanlagegesetzbuch genehmigte Immobilienfonds und richtet sich an semiprofessionelle Anleger. Auch hier halten Sie an der Strategie des Investierens in Metropolregionen fest. Spielen so genannte B- oder C-Standorte in den Konzepten nur eine untergeordnete Rolle?

Dippold: Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte und die vorliegenden Prognosen für unterschiedliche Standorte bestätigen einen hohen Bedarf an weiteren Wohnungen in den von uns ausgewählten Metropolen. Dies gilt insbesondere für Berlin, Hamburg, München und die Metropolregion Frankfurt, was eine stabile Perspektive für Wohnimmobilienentwicklungen schafft. Zudem haben wir an unseren fünf Standorten alle nötigen Voraussetzungen und Verbindungen aufgebaut, wie detailliertes Research der Mikrostandorte, eine hohe Objektpipeline, Partnerschaften mit Handwerkern und einen planbaren Exit durch erfolgreiche eigene Verkaufsteams. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, diesen Erfolgsweg zu verlassen.

finanzwelt: Gute Zahlen sind zwangsläufig mit einer entsprechenden gelebten Unternehmenskultur verbunden, in der sich Mitarbeiter gänzlich wohlfühlen. Sie wollen wachsen und suchen entsprechende Fachkräfte an den einzelnen Standorten. Was zeichnet Sie besonders aus?

Mann: Jeder Einzelne erhält bei uns die Chance, Karriere zu machen und wenn er möchte, über sich selbst hinauszuwachsen. Unser Team ist am besten in der Verbindung von Dynamik mit Bodenständigkeit und Zuverlässigkeit zu charakterisieren. Wir wachsen, haben unsere Strategien und unsere Verhaltensweisen aber auf Stabilität und Langfristigkeit ausgerichtet. Darüber hinaus macht unser spezielles Vertriebssystem uns gerade für Verkaufstalente zu einem interessanten Arbeitgeber. Wir arbeiten lediglich mit fest angestellten Mitarbeitern ohne Fremdvertriebe und übernehmen für unsere Mitarbeiter den gesamten Kundenakquiseprozess. Unsere Verkäufer können sich somit auf ihren Kernbereich konzentrieren.

finanzwelt: Welche Fähigkeiten muss man mitbringen?

Mann: Im Immobilienvertrieb zählt aus unserer Sicht vor allem eins: das Interesse am Menschen. Verkaufen heißt nicht, möglichst viel über das Produkt zu sprechen, sondern sich mit den Bedürfnissen, Wünschen und Ängsten des Kunden auseinanderzusetzen. Über diese natürliche Neugier sollten Bewerber in jedem Fall verfügen. Nachdem wir gerade in besonders attraktiven Lagen sehr schnell verkaufen, sehen Kunden oft nur Pläne, Prospekte, Filme von ihrer Wohnung, aber noch nicht die fertige Wohnung. Der Verkauf vom Plan ist die Königsdisziplin im Immobilienverkauf. Eine gewisse Erfahrung ist hier sicherlich von Vorteil.

finanzwelt: Zu guter Letzt: Sie sind mit KAGB-konformen Produkten auf dem Markt, Ihnen fehlt aber noch eine Volllizensierung. Ist diese in absehbarer Zeit geplant?

Dippold: Den Antrag auf die Zulassung als volllizensierte Kapitalverwaltungsgesellschaft hat die PROJECT Investment AG am 8. Juli 2014 bei der BaFin gestellt. Nachgeforderte Unterlagen wurden ebenfalls bereits eingereicht. Somit rechnen wir mit einer zügigen Genehmigung in den kommenden Monaten. (ah)

Interview mit Wolfgang Dippold und Juliane Mann – Printausgabe 05/2014