Umdenken ist Gebot der Stunde

Kapitalanleger müssen sich nach Alternativen zu "klassischen Anlagen" umschauen / Foto: © reichdernatur-fotolia.com

Hohe Rendite, null Risiko. Das mag der Traum vieler Deutschen bei ihren Überlegungen zur Altersvorsorgeplanung sein. Doch leider ist die Quadratur des Kreises nicht möglich. Immer noch liegen laut Statistiken der Deutschen Bundesbank allein zwei Billionen Euro auf Giro- und Sparkonten. Etwas mutiger sollten die deutschen Sparer schon sein. Denn das Zinstal wird uns noch lange begleiten und für manche wächst langsam die Furcht vor Altersarmut.

Die verhältnismäßig unbeschwerte Anlagesituation der vergangenen Jahrzehnte ist längst Geschichte. Heute sehen wir andere Vorzeichen. Schlagwort „Negativzinsen“: War es noch bis vor kurzem fast unvorstellbar, dass wir es hierzulande mit Negativzinsen (für Privatanleger) zu tun haben könnten, so ist dies inzwischen Realität geworden. Bundesweit verlangen nach Angaben des Vergleichsportals Verivox inzwischen 13 Banken Negativzinsen zumindest von vermögenden Sparern. Ende vergangenen Jahres ergab eine Umfrage der ING-DiBa, dass lediglich 7 % sich darin sicher waren, dass die Einführung von Negativzinsen bestimmt nicht auf breiter Front in Deutschland kommen wird. Nun hat zumindest die Volksbank Reutlingen entschieden, eine Regelung zu Negativzinsen auf öffentliche Kritik hin wieder zurückzunehmen. Mal gespannt, ob es diesbezüglich Nachahmer gibt.

Regelung hin oder her – es muss sich was in den Köpfen der Anleger ändern. Die hierzulande sehr ausgeprägte Verlustaversion darf nicht dazu führen, dass keine „sinnvolle“ Anlageentscheidung mehr getroffen wird. Das Universum der kapitalmarktnahen Finanzinstrumente (aktiv gemanagte Fonds, ETFs, strukturierte Wertpapiere) ist riesig und bietet Lösungsansätze für jedes Problem. Viele Fonds oder ETFs sind sparplanfähig, sodass die Anleger schon mit einem verhältnismäßig „kleinen“ Geldbetrag regelmäßig dabei sein können. Hier ist Mut gefordert, die Chancen rechtzeitig zu erkennen und das Portfolio entsprechend auszurichten. So hat allein der deutsche Aktienindex DAX in diesem Jahr bis heute (28.06.) rund 10 % zugelegt. Solange die EZB ihre Geldschleusen offen hält, sucht das Geld nach attraktiven Anlageopportunitäten. Die erforderliche Weitsicht könnte sich – spätestens im Alter- bezahlt machen.

Ein Kommentar von Alexander Heftrich für Finanzwelt Online