Sorgenfreie Baufinanzierung

Pfeiffer_Manuel_MERITO_01.jpg
Manuel Peiffer

Der Traum der eigenen Immobilie scheint vielen Menschen derzeit zum Greifen nahe. Die niedrigen Zinsen vermitteln den Eindruck, dass sich Hauskäufe auch ohne oder nur mit geringem Eigenkapitalanteil stemmen lassen. Die Finanzierbarkeit der eigenen vier Wände sollte allerdings realistisch betrachtet werden, rät Manuel Peiffer, Relationshipmanager bei der GVS Financial Solutions GmbH.

Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital wird auch Vollfinanzierung oder 110-Prozent-Finanzierung genannt. Mittlerweile wird diese Finanzierungsform, bei welcher neben dem Kaufpreis auch die Nebenkosten für Notar und Makler mitfinanziert werden können, von zahlreichen Banken angeboten.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Bauvorhaben oder der Kauf einer Immobilie kann sofort umgesetzt werden ohne dass der zukünftige Eigentümer jahrelang sparen muss um Eigenkapital einzubringen. Die Vollfinanzierung eignet sich besonders für Personen mit gesicherten Einkommensverhältnissen, die eine sehr gute Bonität aufweisen.
Darüber hinaus sind die Beschaffenheit und die Lage der Immobilie für die Vergabe einer Vollfinanzierung maßgeblich, da die Immobilie eine Kreditsicherheit für die Bank darstellt. Die Finanzierung ohne Eigenkapital bringt allerdings auch zahlreiche Nachteile mit sich. So verlangen die Banken höhere Zinsen, da das Kreditinstitut ein höheres Risiko trägt. Der Zinsaufwand ist für den Kreditnehmer über die gesamte Laufzeit deutlich höher als bei einer Finanzierung mit Eigenkapitalanteil. So könnte sich der Kauf der Immobilie unter Berücksichtigung der Zinskosten als teuer herausstellen. In diesem Zusammenhang ist es ratsam den Tilgungsanteil der monatlichen Raten nicht zu niedrig anzusetzen, damit über eine zügige Kreditrückführung die Zinsen nicht so lange zum Tragen kommen. Die monatliche Rate sollte dabei aber die Belastbarkeitsgrenze der Darlehensnehmer nicht überschreiten und finanziellen Spielraum lassen. Die persönliche monatliche Belastbarkeit ist durch eine realistische Haushaltsrechnung zu bestimmen.

Entscheidend ist, dass der Traum der eigenen Immobilie nicht schön gerechnet wird und den Kreditnehmer beim Auftreten unvorhersehbarer Ausgaben in Zahlungsschwierigkeiten bringt.
Zusammenfassend können wir feststellen, dass der Traum der eigenen vier Wände unter bestimmten Voraussetzungen auch mit wenig Eigenkapital realisierbar ist. Dennoch raten wir grundsätzlich zu einem Eigenkapitalanteil von mindestens 20 % des Kaufpreises. Die Beratung durch einen unabhängigen Baufinanzierungsberater stellt bei der Ausgestaltung der Finanzierung, den Zinskonditionen und der Finanzplanung einen signifikanten Mehrwert dar, so dass der Traum der eigenen Immobilie nicht zum Albtraum wird.

(Autor: Manuel Peiffer, GVS Financial Solutions GmbH)